zwischenzeiten, vorverortetes und zurück-geblicktes

Es sind bewegte Zeiten. Von daher ruht dieses Projekt hier ein wenig. Jedes Ding hat seine Zeit – und dieses hier muss gerade ein wenig zurückstecken. Trotzdem überkommt mich zuweilen das Sendungsbewußtsein 🙂 .

Ich bin bekennender Nerd – siehe hier. Zumindest ein bisschen. Nicht allzu übertrieben, hoffe ich, aber schon auffällig. Ich liebe dieses ganze Technikspielzeug, vor allem meinen iPod und meine Macs, und digitale Kameras und all diese magischen Musiksachen wie Logic Express und Guitar Rig, meine (elektrische) Gitarre, William Gibsons „Neuromancer“, u.s.w. . Irre. Mit diesem Zeug könnte ich mich den ganzen Tag mit befassen (mache ich aber nicht). Und am Ende desselben würde ich dann wohl feststellen müssen, dass doch nichts dabei heraus kam. Die großartigen Pink Floyd haben in den 70er Jahren darüber in „Time“ gesungen …

„Ticking away the moments that made up a dull day. Fritter and waste the hours in an offhand way. “

Da ist schon was dran. Muss man drauf aufpassen. Denn letztlich sind die ganzen Spielzeuge doch Zeitkiller, in gewisser Weise, …

„…and then one day you´ll find, ten years have left behind you.“

Das Problem ist also, dass man sich heute überlegen muss, was man mit seinem Tag anfängt um morgen rückblickend sagen zu können, der Tag sei ein sinnvoll genutzter gewesen. Macht man das immer so, dann wird man in 10 Jahren nicht rückblickend feststellen müssen, Zeit vergeudet zu haben. Zugleich aber ist man nie ganz bei dem, was man tut. Denn man denkt ja stets an die nächste zu erledigende Sache. Auch nicht gut. Ein Dilemma.

Was also ist eine „wasted hour“, eine vergeudete Stunde? In einer Textzeile von „Time“ singt Roger Waters , müde davon zu sein daheim zu sitzen und den Regen zu beobachten. Aber kann nicht eine Stunde daheim sitzen und den Regen zu beobachten, auch eine wertvolle Stunde sein?

Wenn ich so drüber nachdenke fällt mir nicht ein, wann ich das zuletzt getan hätte: den Regen beobachten. Wenn ich es täte, würde ich es wahrscheinlich 1 Tag vorher planen, schließlich gibt es den Wetterbericht, und dann zu Beginn des Regen beobachtens den Wecker stellen – auf 1h. Um ehrlich zu sein, würde ich das sinnleere Gestarre wahrscheinlich nicht aushalten und zwischendurch immer mal wieder auf den Wecker gucken, wie lange ich noch starren muss 🙂 .  Zumindest würde ich dabei Musik hören.

Aktuell wahrscheinlich Arcade Fire „The suburbs“. Ein grandioses Album. Ich krieg´ mich gar nicht mehr ein. Der Musikexpress schrieb, sie schenkten uns das erste große Indie-Album des Jahrzehnts. Das ist sicher wahr. Ich habe selten eine so wunderbare Platte gehört.

Nebenbei bemerkt. Die Website von Arcade Fire ist top gestaltet.

Hört mal rein in die Musik dieser Band. Großartig.

In Sachen Fotografie gibt es in Kürze wieder was Neues. Demnächst in diesem Theater.

Euch eine menschliche Zeit.

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