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timeshift

Timeshift (Zeitverschiebung) wär´ grad aktuell gar nicht so übel. Dann würde ich 1mal pro Tag 2h zurückspulen. Das würde schon reichen, 2h mehr. Ein Haufen neuer Bilder, u.a. aus einem U-Bahn Fotoprojekt, harren der Bearbeit- und Veröffentlichung. Der Gitarren- und Gesangspart von Pink Floyds „Wish you were here“ will auch erarbeitet sein (wie kann man in 8 Takte soviel Spieltechnik einbauen?) . Bildbearbeitung und Musik sind ja eher was für den späteren Abend, bei der aktuellen Hitzewelle sind abendliche Aktivitäten eh´ besser.

Am letzten Wochenende waren Neala und ich (ohne Kamera) bei Jenni, Kai und Bruderherz (Nealas Bruder) Nuts zu Besuch. Sie hatten Miriam Wolf für ein Hütehundseminar eingeladen. Das war natürlich ein vorzüglicher Grund, sich einmal wieder zu sehen und was soll ich sagen – es war wunderbar. Tolle Gastgeber, klasse Trainerin, große Fläche, schöne Schafe, nette Leute und natürlich engagierte Hunde. Übel war nur die Hitze. Wir haben um 06:00 Uhr morgens begonnen, aber am Samstag wurde es dann doch noch so heiß, dass wir den Nachmittag mit den Hunden an einem See verbrachten. Am Abend ging es dann auf der Koppel weiter und nebenher haben wir gegrillt. Superschön, lehrreich und sehr besonders. Border Collie Leute sind schon eine spezielle Sorte Mensch und liebenswert verrückt. Wie sonst kann man erklären, dass es Leute gibt, die von 06:00 Uhr früh bis 22:00 Uhr abends nichts anderes im Sinn haben als Schafe & Hunde?

Für mich brachten die 2 Tage die Erkenntnis, präziser sein zu müssen. Klarer in meiner Kommunkation mit dem Hund. Neala hat schön mitgearbeitet, lief wirklich gut und hat die Stop-Lektionen gut umgesetzt. Ich denke, wir haben in Sachen Drive einen guten Schritt nach vorn gemacht und ihre Distanzarbeit hat sich verbessert. Das hat sich in den letzten Wochen schon angedeutet. So manche Flanke ist noch nicht so, wie ich das gern hätte, aber das Verhältnis von guten zu schlechten Bewegungen verbessert sich langsam, aber stetig in dem Maße, in dem meine Fähigkeiten sie zu führen besser werden. Zuweilen ist sie noch sehr ungeduldig, hektisch und schnell. Gerade im Trial, wenn es aus dem Auto weg zum Startpfosten geht, dann habe ich doch arge Probleme, sie unter Kontrolle zu halten. Wie es scheint, pushen wir uns dann gegenseitig, weil ich natürlich auch ziemlich aufgeregt bin, wenn ich am Startpfosten stehe. Tja, und dann ist da noch die Sache mit der Pfeife. Ich sollte dringenst die Pfeiferei lernen, weil das mit dem rufen doch irgendwie a) ziemlich uncool und b) für den Hund total doof ist. Leider pfeife ich wirklich schlecht. Ich erkläre und gelobe hier öffentlich: Nach dem Sommer kann ich pfeifen. Und wenn ich Tag und Nacht üben muss!

Kurzum: Es war ein rundum cooles Wochenende mit netten Menschen, Hunden und der schönsten Nebensache der Welt (und damit meine ich nicht Fußball, sondern die Arbeit mit Border Collies).

Was gab´s denn sonst noch… Fußball. Ich habe mein erstes Public Viewing erlebt. Im Rahmen eines Kindergartenfestes, bei dem ich Festivalfotograf war. Hat Spaß gemacht und tasächlich habe ich mich zum kollektiven Mitjubeln hinreißen lassen 🙂 . Krass. Die Jubelei ist quasi ansteckend.

Einen neuen Präsidenten haben wir ja nun auch wieder. Und hoffentlich hat nun auch der Letzte begriffen, dass die Kommunisten ein ganz klein wenig irre sind. Warum man die SED, die sich nun „die Linke“ nennt und alten (sauren) Wein in neuen Schläuchen verkauft, als ernstzunehmende politische Kraft sehen kann, ist mir vollkommen unbegreiflich. Ich mein´, dass waren die Typen, die die Leute hinter Elektrozäunen und Selbstschußanlagen gehalten haben wie Vieh. Mit dem Unterschied, dass mein Vieh wenigstens Meinungsfreiheit hat 😉 . Und von denen sitzen 123 oder so in einer Bundesversammlung herum und bestimmen den Bundespräsidenten mit. Manchmal ist Demokratie schon schwer auszuhalten. Sogar ein paar verrückte Nazis haben bei der Wählerei mitgespielt, aber das waren ja zum Glück nur wenige. Apropos.. da fällt mir was zu ein 🙂

Jedenfalls haben wir jetzt den Wulff als Präsi. Was für mich o.k. ist. Der Gauck gefiel mir besser, weil irgendwie find´ ich, so ein Intellektueller als Präsi, das ist schon was. Andererseits ging´s ja bei dem Letzten ziemlich schief und vielleicht hält so ein Denker, der das alles blickt, es einfach nicht aus im Politikbetrieb. Zudem kann ich mich an keine schmuckere First Lady als Miss Wulff erinnern.

[Bild:NDR]

Wenn der Wulff den Obama trifft, kriegen die bestimmt die Krise weil die Fotografen nur die präsidialen Damen ablichten wollen und sich kein Mensch für ihren politischen Poetry Slam interessiert. Apropos Poesie … hier ein Linktip: Andy Strauß.

Überhaupt, was Politiker so alles treiben. Ob mir die Angela und ihre Gesellen wohl demnächst mal bei einem Trial oder sonst auf irgendeiner Wiese über´n Weg laufen?

[Bildquelle: keine Ahnung 🙂 ]

Das Schnuckenvieh hätte denen ruhig mal anständig eins dengeln können. Bei all dem Kokolores den die so veranstalten 🙂

Euch eine menschliche Zeit.

Noch mehr Gasflaschen, Kausalität und editorische Klangwelten

Sorry für die längere Funkpause. Mir wollte weder etwas gescheites einfallen (tat es das je?), noch küsste mich die fotografische Muse gar übermäßig. Letzteres ändert sich gerade, ersteres wird sich noch zeigen.

Letzten Donnerstag war ich mal wieder im Baumarkt: Gasflaschen tauschen. Um dem Unterschriftenirrsinn zu entgehen, vor allem aber um zu vermeiden, dass ich mich während des Tauschvorgangs halb tot lache und die glauben, ich sei irgendwo weggelaufen, suchte ich diesmal ein anderes dübelverscherbelndes Etablissement auf, um den Tausch zweier Flaschen zu vollziehen.

So stand ich zum wiederholten Male vor einer Informantin, diesmal in anderer Uniform (weil andere Sorte Baumarkt), stellte meine zwei leeren Gasflaschen auf den Wagen, sie legte mir wieder ein magisches Dokument vor (mittlerweile grinste ich schon wie ein Honigkuchenpferd) und …

„Hier unterschreiben und Ihre vollständige Anschrift, bitte!“, bellte sie mir über den Tresen entgegen. Das konnte nicht wahr sein. Prustend fragte ich, was sie denn mit meiner Adresse so anfangen wolle (sie war nett, aber nicht so nett, dass ich ihr einfach meine Anschrift gegen wollte). „Nichts!“, entgegnete sie. „Ah, nichts? Und warum genau soll ich die dann da hinschreiben?“, fragte ich. Sie sprach davon, man müsse ab 50,- EUR Gutschriftwert seine Adresse angeben. Ausserdem „habe sie Schweigepflicht!“, ich solle mir keine Sorgen machen. Im Baumarkt stellen sie neuerdings als Informantinnen Ärztinnen, Anwältinnen oder Pfarrerinnen ein, weil sonst keiner Gasflaschen tauschen kann wegen der Schweigepflicht.

So viel Quatsch ertrug ich nicht mehr länger, schrieb etwas von Rolf Mustermann aus der Domstrasse auf den Wisch und holte 2 Minuten später meine vollen Gasflaschen. Wie irre ist das denn? Schweigepflicht! – im Baumarkt!

Das mit dem Irrsinn hat sowieso Methode. Gut fand ich die Idee, die Typen vom CERN könnten mit ihrem LHC tatsächlich den Planeten aus dem Universum fegen. Das nenn´ ich mal Dummheit im Grenzbereich. An der Stelle machen wir mal einen kleinen Ausflug in die wunderbare Welt der Naturwissenschaft: Dinge (gleich welche, also alle Sachen) haben Gründe. Nichts passiert einfach so, sondern alles hat eine Ursache. Bezüglich der Ursache gilt mit hinreichender Sicherheit übrigens, dass sie ungleich einer Gottheit ist 🙂 . Das Zeug, dass um uns rum passiert, hat letztlich mit Energie und ihren Folgen zu tun. Eine kurze Zusammenfassung findet sich im Wikipedia-Artikel zur Thermodynamik. In so einer bescheidenen Maschine wie dem LHC ein schwarzes Loch zu erzeugen, hinter dessen Ereignishorizont der ganze Planet mir nichts, dir nichts verschwinden kann, ist ein aussichtsloses Unterfangen. Wer es genau wissen will, dem sei diese Lektüre empfohlen … Review of the Safety of LHC Collisions.

Kurzum: Dem zweiten Hauptsatz haben wir es zu verdanken, dass wir irgendwann 6 feet under landen. Macht´s gut und danke für den Fisch. Und irgendwie erklärt das Thermodynamikzeug auch, warum man mit dem LHC nicht einfach vogonenmäßig die Erde wegpusten kann.

Es gibt natürlich auch schönes zu berichten. Ich habe eine neue Lieblingsband, am Schreibtisch tönt endlich ein gescheiter Verstärker mitsamt meinen guten, alten, nunmehr in weiß hochglanz lackierten JBL Ti600 – Boxen (da macht das bloggen und arbeiten gleich wieder mehr Spaß), die Renovation des Wohnzimmers ist erfolgreich abgeschlossen, das iPad ist da!

Halt, meine Lieblingsband hätte ich ja fast vergessen. Es sind die EDITORS aus Birmingham. Insgesamt finde ich, dass das Debutalbum „The back room“ aus dem Jahr 2005 ihr stärkstes ist. Gibts hier zu kaufen: iTunes. Ich gehe am 22. April zum Konzert in Rottweil. Schreibt mir doch, wenn ihr mitkommen möchtet.

Ausserdem habe ich endlich wieder Zeit zum knipsen. Es gibt ein neues Projekt „Strassenrand“. Hier erste Bilder …

racer

blickpunkt

vergangen(heit)

insolvent

nutzlos

ladegebühr

Euch eine menschliche Zeit.

Zukunft

Am vergangenen Donnerstag war ich mit einem Freund bei einer Lesung von Frank Schätzing. Limit live hiess das Ganze und war nun nicht gerade das, was man sich unter einer normalen Lesung vorstellt. Schätzing nahm uns mit auf eine multimediale Reise in die Zukunft. U.a. gab es eine Nachrichtensendung aus dem Jahr 2025 zu sehen inkl. einer Schaltung zum Mond, einem kurzen Bericht über ein Zusammentreffen von Bundeskanzler zu Guttenberg mit US-Präsident Schwarzenegger, einem Rückblick auf vergangene Zukunftshypothesen – die sich nahezu alle als falsch erwiesen haben, fingierte Gesprächen mit einigen Hauptdarstellern aus dem Buch u.s.w. . Es hilft etwas, wenn man das Buch vor dem Besuch bei „Limit live“ kennt. Wenn man es nicht kennt, ist es auch nicht weiter schlimm.

Fazit: Ein kurzweiliger, netter Abend, der durchaus auch zum Nachdenken anregte.

Zum Beispiel darüber, warum so viele Menschen Angst vor der Zukunft haben. Schätzing hat erwähnt, 60% aller Deutschen haben Angst vor der Zukunft. Warum? Wieso haben so viele Menschen Angst vor etwas, dass noch gar nicht passiert ist? Die Zukunft ist doch letztlich ein leerer Raum, sie ist ungewiss und zugleich ist sie gestaltbar. Auf die Vergangenheit können wir keinen Einfluss mehr nehmen. Sie ist Teil unserer Geschichte. Sicher hat sie auch eine große Bedeutung für die Zukunft – aus den Lehren der Vergangenheit leiten wir viele Entscheidungen ab, die unsere Zukunft beeinflussen. Nicht immer zu unserem Vorteil.

Passend dazu gibt es im aktuellen Zeitmagazin einen Bericht über eine breit angelegte soziologische Studie in Wittenberge. In 25 Kernaussagen fassen die Forscher ihre Beobachtungen zusammen (click hier). Eins der bemerkenswertesten Ergebnisse finde ich Nr. 6 :

6. Wenn die Sozialforscher in ihren Interviews nach den meistgenannten Wörtern suchen, sind das immer »damals« und »früher«.

Mir sagt das, dass dort einiges absolut nicht stimmen kann in Wittenberge. Leute, das Gestern ist vorbei, es ist gelaufen! Und eins ist sicher, es war nicht besser. Es war nur anders, aber auf Sand gebaut. Zusammengebrochen ist der ganze Irrsinn, weil das alles Mist war mit der Planwirtschaft und dem Sozialismus. Ist eben so gelaufen. Und nun hat man den Salat und redet davon, wie toll es doch war „damals“?

Ich denke, eine allzu intensive Beschäftigung mit der Vergangenheit ist nicht vernünftig. Lehren ziehen, ja natürlich, aber das „Damals“ zu glorifizieren und auf irgendeine Weise zu versuchen, dieses „Damals“ wieder zu erlangen, das ist Unfug. Wir haben es in der Hand, die Zukunft zu formen. Sie ist der gestaltbare Teil des Zeitstrahls. Ihr müssen wir unsere Kraft widmen.

Euch eine menschliche Zeit.

von onlinepausen und voodoo-lan-kabeln

Die letzten Tage standen im Zeichen einer umfassenden Neugestaltung unseres Wohn- und Essareals :-). Daher war nix mit bloggen, sondern Anstreichen angesagt. Hier das Ergebnis der Pinsel- und Tapezieraktion :

Renovationsergebnis

Jetzt warten wir voller Ungeduld auf die fehlenden Möbel (das mit dem Fernseher auf dem Subwoofer ist schließlich keine Dauerlösung).

Nach der ganzen Renoviererei las ich in einem Musikmagazin einen Artikel über Musikstreaming. Eigentlich ist das nix wirklich Neues. Bei uns daheim dient der Heim-Mac z.B. zugleich auch als Streaming-Server und bedient ein Muvid IR815 mit Musikdaten. Das ist ganz praktisch, obwohl die Navigation durchs Musikarchiv nicht so komfortabel ist, wie sie sein sollte.

Jedenfalls las ich in dem Artikel etwas, das hat mich schon ziemlich erschüttert. Die Testleute jenes Magazins hatten heraus gefunden, dass das LAN-Kabel zwischen Server und Streaming-Client einen Einfluß auf den Klang der Musik habe. So! So! Und das, obwohl nicht mal der 1. April ist.

Was genau passiert denn beim Streaming? Eine Datei, bestehend letztlich aus digitalen Nullen und Einsen, wird vermittels eines Protokolls (in diesem Fall TCP/IP)  und diverser technischer Magie, die niemand so richtig versteht, über ein Kabel geschickt. Am anderen Ende kommen quasi wieder Nullen und Einsen an. Die werden in einen Puffer „geladen“ und wenn der voll ist, geht es los mit der Musikabspielerei (das ist natürlich grob vereinfacht, aber im Grunde ist es so). Es wird also kein analoges Signal übertragen, welches z.B. durch Rauschen oder so verändert würde. Es sind schlicht digitale Daten. Wenn es stimmen würde, dass das LAN-Kabel einen Einfluss auf den Sound einer Musikdatei hätte, dann wäre das genau so als würde man postulieren, dass jeweils verwendete USB-Kabel nehme beim Übertragen einer Bilddatei von einer Digitalkamera zum Rechner einen Einfluß auf die Bildqualität des Fotos. Das ist natürlich haarsträubender Blödsinn.

Bei dem beschriebenen Phänomen handelt sich schlicht um einen psychoakustischen Effekt. Wobei diese Tatsache an sich schon spannend genug ist.

Ich freue mich schon auf heute Abend. Mein Muvid IR815 wird nämlich per WLAN mit Daten versorgt. Das klingt schön luftig und nicht so gequetscht wie die armen Daten, die man durch ein Kabel gezwängt hat <ggg>.

Vielleicht wollten die Leute bei dem Magazin ja auch nur einen gut getarnten Witz außer der Reihe machen.

Euch eine menschliche, luftige Zeit.

die gasflasche

Es ist Freitag Abend in einem deutschen Baumarkt. Eigentlich ist es ein ganz normaler Tag, so wie Freitage eben sind. Doch heute sollte etwas anders sein als sonst. Heute sollte der kommen, der die Frage nach dem Warum? stellt.

Mit dem Ansinnen, eine Gasflasche zu tauschen, betritt ein Mann mittleren Alters den Baumarkt. Er geht zielstrebig zur Information gleich neben der Kasse, stellt die leere Gasflasche dort ab und bittet um den Tauschbeleg. Die hinter der Theke verschanzte Informantin druckt ein magisches Formular aus und legt es unserem Protagonisten – nachdem sie selbst es sorgfältig unterzeichnet hat – zur Unterschrift vor. Mit großer Ehrfurcht unterzeichnet der gasbedürftige Mann den magischen Beleg, woraufhin die Informantin ihm das Dokument in die Hand gibt.

Der Mann findet das Gasflaschenlager, entnimmt ohne weitere Passkontrollen und Nacktscans eine volle Flasche und begibt sich zur Kasse. Die Kasse befindet sich ca. 2m Luftlinie von der Information entfernt, dort steht immer noch die Informantin, wacht darüber, wer den Baumarkt betritt und stellt gelegentlich weitere magische Dokumente aus, über deren Inhalt man gar nichts wissen will.

An der Kasse sitzt eine Dame, die wie die Informantin die Uniform des Baumarkts trägt. Sie hat eins dieser Durchschnittsgesichter, die man gleich wieder vergessen hat. Offenbar handelt es sich um einen niederen Dienstgrad. Sie nimmt das magische Formular und prüft es unter den wachsamen Blicken der 2m entfernt argwöhnisch herüberäugenden Informantin, die sich listig hinter ihrer Theke verschanzt hat.

Nachdem die Kassiererin den gasbedürftigen Mann eingehend betrachtet hat legt sie ihm erneut das bereits von ihm und der Informantin unterzeichnete magische Dokument vor und verlangt eine weitere Unterschrift. Sie selbst unterzeichnet es nicht. Vermutlich darf sie aufgrund ihres niedrigen Dienstgrades keine Unterschriften im Namen der Informantin leisten.

Nun passiert es: Der Mann fragt „Warum?“ . Erstaunen, gepaart mit Unglauben und großer Angst ist auf dem Gesicht der Kassierin zu sehen. Hilfesuchend schaut sie zu der Informantin, die selbst vor Schreck erstarrt ist. Verdattert stammelt sie ein leises „Ich weiß es nicht, ich bin doch nur die Kassiererin“. Der Mann fragt sie, welcher Irre sich das mit der Unterschreiberei und dem magischen Gasflaschentauschdokument überlegt hat. Darauf weiß sie keine Antwort. Vielleicht weiß es die Informantin, von der manche sagen, sie habe IHN, den Erfinder des Gasflaschentauschdokuments schon einmal gesehen. Doch die ist plötzlich verschwunden.

Grinsend verläßt der Mann den Baumarkt. Die Kassiererin betrachtet verwirrt das magische Dokument und der Schreck fährt ihr in die Glieder. Dort, wo die Unterschriften des Gasflaschentauschers sein sollten, sind nichts weiter als zwei flüchtig hingekritzelte Kreuze zu sehen.

Euch eine menschliche Zeit.

bildung …

Heute lese ich im Zeit-Magazin

[…] Bildung? Eine schwere Hypothek für alle, die damit geschlagen sind. Gebildete Menschen machen sich Gedanken, lesen Bücher, besuchen Kulturveranstaltungen, statt sich unbefangen und ohne schlechtes Gewissen den ganzen Tag den Freuden des Drogenrausches, der Sexualität sowie der zucker- und fettreichen Ernährung hinzugeben. Bildung ist Mist. [… ganzen Artikel bei zeit.de lesen]

Hm, also ich komme ganz gut mit dem schlechten Gewissen zurecht 🙂

Euch eine menschliche Zeit (ob mit oder ohne schlechtes Gewissen, hoffentlich viel Bildung aber trotzdem haufenweise … naja, bis auf die Drogen jedenfalls, Ihr wißt schon …]

P.S.: Ist Rotwein eigentlich eine Droge oder ein Menschenrecht?

luxuseiswürfel

Ich dachte ja, die chinesische Milchpulverwerbung sei schräg.

Es geht noch krasser: ein onlineshop für Luxus-Eiswürfel!

Nevelogo

Die Leute verkaufen schlicht Eiswürfel. Höllenteure Eiswürfel (die Konkurrenz verlangt 8,- $/Stück). Vertiefende Informationen zum aggregatzustandveränderten Glamour-H2O finden sich bei Technology Review 🙂 .

Euch eine menschliche Zeit.

dogscafe_politics – christlicher schöpfungsgedanke und antivirale vorbeugungen

Wir haben einen neuen Umweltminister, den Herrn Röttgen.

2008_bmulogo

In einem Interview mit der Zeit sagt er:

Nach wie vor konkurrieren auf diesem Feld [der Umweltpoltik, Anm. von mir] unterschiedliche politische Ansätze. Die Umweltpolitik der Union ist im christlichen Schöpfungsgedanken fundiert. Dass das in der SPD alle so sehen, glaube ich nicht.

Erkenntnis: Wir schützen unsere Umwelt, weil wir es unserer zuständigen Gottheit schuldig sind, die Schöpfung zu bewahren. Das ist schon eine sehr seltsame Motivation, um ehrlich zu sein. Besser wäre, die Umweltpolitik fußte auf Wissenschaft und nicht auf den Weisheiten alter, heiliger Bücher. Warum wohl die SPD die Umwelt schützen will (diese gottlosen, roten Socken)?

Ich finde ja die Welt an sich so super, dass es sich allein deswegen lohnt, sie einigermaßen in Schuß zu halten. Außerdem habe ich keine Lust, dass meine Kinder später auf einem Planeten leben, auf dem sich die Menschen an die Köppe kriegen wegen Wasser, Energie und Nahrung und was weiß ich noch weshalb.

Da fällt mir gerade noch was anderes ein: Die aktuelle Impfdiskussion in Sachen H1N1 macht mich langsam irre. Heute titelt unser aller Revolverblatt doch glatt mit dem angeblichen Impftod eines Kleinkindes. Was für ein Unfug. Warum, frage ich mich, benutzen die Menschen nicht einfach ihren logischen Verstand? Als ob die böse Pharamindustrie, ohne deren böswillige Produkte viele von uns wahrscheinlich schon mausetod wären, einen Imfpstoff entwickelt, der Leute umbringt. Ich mein´, hallo? (würde Andrea Nahles sagen, die sagt doch immer sowas). Das ist einfach nicht vernünftig. So etwas tut doch niemand.  Nebenbei bemerkt … ich läge wahrscheinlich schon 2m unterm Torf, gäbe es die böse Pharmaindustrie nicht. Pandemrix ist so sicher wie jeder andere Impfstoff. Wenn überhaupt ist die garstige H1N1-Infektion gefährlich, nicht die Impfung. Ist wie bei den Masern. Wahrscheinlich bin ich da vorbelastet. Ich war als sehr junger Mensch (ich glaube, das war im 5. Schuljahr) auf der Beerdigung eines Freundes, der an den Spätfolgen einer Maserninfektion gestorben war. Die Bilder meiner Besuche bei Martin, als er mit Magensonde versehen vor sich hindämmernd daheim lag, werde ich wohl nie vergessen. Drum bin ich immer ganz komisch, wenn mir Leute erzählen, die Impferei sei gefährlich. Das stimmt nämlich nicht: Krank werden ist gefährlich.

Dabei ist das doch gerade bei H1N1 alles ganz einfach: Der Virus ist zum Glück nicht wirklich gefährlich. H1N1 ist derzeit sogar ein ziemlich harmloser Vertreter seiner Gattung. Trotzdem wurde ein Impfstoff entwickelt, was sehr gescheit war, weil man zwar hinterher immer klüger ist aber vorher eben nicht. Blöd wär ja gewesen, wenn in Deutschland im Winter 2009/2010 so ein paar 100.000 Leute ihren Kopf dabei getan hätten, weil es eben doch schlimmer kam, als ursprünglich gedacht.

Nun ist er da, der Impfstoff. Drum geht man da hin und läßt sich impfen. Das ist ganz simple Logik: Schadet es ? Nein! Hilft es? Ja! Zumindest verringert es das Risiko, sich ein paar Tage Fieber und Bettruhe einzuhandeln. Fieber und Bettruhe finde ich doof. Ergo lasse ich mich impfen. Zudem sinkt mit zunehmender Impfquote ganz allgemein das Risiko, dass das kleine Möchtegernkillervirus H1N1 zu einem wirklich üblen Gauner mutiert und reihenweise ungeimpfte Leute killt. Das ist die ganze Geschichte.

Warum der Schöpfer, wenn er schon so fiese Dinger wie H1N1 schöpft, nicht auch noch gleich einen großen Schöpflöffel rationalen Verstand über seine Schöpfung ausgeschüttet hat, das verstehe ich auch nicht. Jedenfalls scheint er einen schrägen Humor zu haben. In einem ganz finsteren Moment (vermutlich zur Zeit des alten Testaments, da hatte er ja eh´ schlechte Laune) hat er sich bestimmt den Masernvirus ausgedacht.

Euch eine menschliche Zeit.

podcast_fahrenheit404

Gestern sass ich den ganzen tag im auto. Klasse. Dank all der anderen irren, die auch auf der autobahn rumstanden, habe ich für ca. 600km auch nur knappe 11h gebraucht. Da war die 2-stündige besprechnung zwischendrin glatt erholsam.

Jedenfalls habe ich zeit zum podcast-hören gehabt. Ohne meinen iPod hätte ich mir gestern sicher eine schicke schizophrene psychose eingefangen. Bei der ganzen aktion stiess ich auf den fahrenheit404 podcast.

loglogoSehr cool.

Euch eine menschliche zeit im stau.

vista ist mist

Auch, wenn es wahrscheinlich niemanden interessiert. Trotzdem muss ich mich jetzt einfach mal aufregen.

Als benutzer eines mac ist man ja verwöhnt. Wenn man was sucht, tippt mans in spotlight ein und schwupps! , ist es da. Nicht so mit vista. Da gibt es zwar eine suchefunktion. Nur ist die a) totaler mist, weil sie nicht funktioniert und ich zu dumm bin, sie zu benutzen und b) ist sie so langsam, dass man wahnsinnig wird.

Dummerweise benutze ich ein 64bit-ultimate vista (auch so was beknacktes, wieso gibt´s eigentlich zig verschiedene varianten von diesem „programm“?) . Auf der von mir benutzten variante des programmgewordenen usability-irrsinns läuft nämlich kein google-desktop. Ach, es ist zum verrückt werden. Liebe entwickler: Es gibt sowas wie ein journaling-filesystem und ja, man kann auch eine software mitlaufen lassen die dateiinhalte indexiert (guck an) und in einer datenbank vorhält. Sowas hilft ungemein, wenn man einen rechner nicht nur zum spielen entwickelt, sondern leute damit auch arbeiten sollen. Wie konnte es nur dazu kommen, dass die leute begonnen haben, diesen dos-kappes zu benutzen anstatt UNIX?

Euch eine menschliche zeit mit Mac OS oder einem anderen gescheiten UNIX unter den tasten.