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mac bashing

Apple hat letztens das iPad vorgestellt. Ich habe mir die Keynote angeschaut und fand das Ding richtig prima. Mir gefällt das Design und ich fürchte, ich werde so ein Teil kaufen 🙂 , wenn es auf dem Markt ist. O.K., Flash fehlt (damit kann ich leben) und eine iSight-Kamera wäre hübsch gewesen. Aber anstatt mich über fehlende Features zu ärgern, freue ich mich lieber über die vorhandenen …

[Bild: apple]

Worum es mir aber eigentlich geht in diesem Zusammenhang, ist die fast schon religiös anmutende Ablehnung von Apple in manchen Medien, Blogs und Artikeln. Da ist in der „Zeit“ die Rede davon, Apple würde das Internet „unfrei“ machen und seine Kunden in ein geschlossenes System zwingen, das die Freiheit des Netzes gefährde. Andere regen sich furchtbar über die Aussicht auf, Apple würde den Medienmarkt kontrollieren und durch seinen App-Store Einfluß auf die Inhalte nehmen etc. . In einem Kommentar las ich gar, Apple wolle kein Flash auf dem Ding, um Kontrolle über die Medien zu behalten bzw. zu bekommen.

Ich begreif´ das alles nicht. Sind die irre geworden? Apple hat ein Geschäftsmodell. Dieses beruht i.w. darauf, Hard- und Software zu bündeln, passende Inhalte / Dienstleistungen dazu zu verkaufen und das Ganze mit guter Usability und Design versehen im Premiumsegment anzubieten. Das Ziel Apples ist es, Geld zu verdienen. Geld verdienen sie mit zufriedenen Kunden und Produkten, die die Leute wollen. Was ist daran schlimm?

Die Zielgruppe von Apple sind doch nicht die Net-Kids, die sich kostenlos Musik aus dem Netz saugen wollen und Filme in gruseliger Qualität auf dem heimischen Flacker-Mini-Plastik-TFT mit Quäklautsprechern gucken. Ich habe als Jugendlicher auch fleißig Mal Sondocks Hitparade am Radio aufgenommen und mir mit großer Freude die verrauschten Aufnahmen, durchsetzt von gelegentlichen Verkehrsnachrichten und „ins Lied Moderatorengelabere“ angehört.  Mach´ ich heute nicht mehr.

Auch ist wenig sinnvoll, irgendwelche Leistungsvergleiche herbei zu ziehen und dann voller Inbrunst zu verkünden, die Medion-Rappel-Schepper-Laptopkisten seien doch viel schneller als ein MacBook Pro, hätten mehr Speicher und würden weniger als die Hälfte kosten. Bei Lada bekommt man in Kilogramm gemessen auch mehr Automobil/EUR als bei Audi.

Wer sich keinen Mac kaufen möchte, weil angeblich zu teuer, der lässt es. Wer Windows tatsächlich technologisch besser findet als UNIX, der möge das weiterhin meinen. Und wem die Steve Job´sche Art der Präsentation auf den Wecker geht (so gehört bei „Das Computermagazin – B5 aktuell“), der solls doch einfach nicht gucken.

Mich nervts. Total. Ich hab mords den Spaß mit MacBook, MacPro, mobile me und iPod. Es sind nicht die Job´schen Präsentationen, sondern es ist die hervorragende UNIX-Architektur von Mac OS X (die ich schon als LINUX-Anwender und auch früher an der Hochschule schätzte, da benutzte ich SUSE LINUX 5.1). Überhaupt: das waren noch Zeiten, da waren Männer noch Männer und Computer noch echte, laute Maschinen für ganze Kerle 🙂 .

Es geht mir einfach auf den Wecker, dass Apple User neuerdings als Vollidioten dargestellt werden, die auf das Marketinggelaber des großen Gurus Steve hereinfallen. Gut, manchmal, da gönn´ ich mir was, das ich nicht wirklich brauche … ein iPad z.B. 🙂 .

Euch eine menschliche Zeit.

apple mac os oder: so einfach kann das leben sein

Der tag begann eigentlich ganz gut, allerdings trage ich schon seit tagen dieses flaue gefühl in der magengegend mit mir herum, das mich immer überkommt, wenn die beste frau von allen mich zur gartenarbeit verdonnert. Ich mag gärten, ganz ehrlich, vor allem die alten, charaktervollen. Mit obstbäumen, einer schönen terrasse, allerlei alten mäuerchen, ein wenig wasser … Aber ich hasse es, löcher zu graben! Heute morgen grub ich im auftrag der besten frau von allen ein unglaublich großes loch. Es umfaßte einen 3/4 kreis im durchmesser von 3m und war zwar nicht tief, aber immerhin. Zum guten schluß setzte ich (im strömenden regen) granitrandsteine in ein zementbett – nun ist das schlimmste geschafft. Gebt mir 20 üble differentialgleichungen zu lösen und laßt mich anschließend einen marathon rennen – immer noch besser als solche fronarbeit.

Ganz ähnlich wie "löchergraben"  (im übertragenen sinne) ist zuweilen der tägliche umgang mit computern. Die dinger sind ja wirklich praktisch. Fragte man mich, auf was ich als letztes verzichten könnte – medientechnisch gesehen – wäre es sicher das netz (hier ein ganz interessanter artikel aus dem jahr ´95 dazu). Direkt gefolgt von büchern. Danach käme der deutschlandfunk an die reihe, dessen programm ich sehr schätze. Weit abgeschlagen lägen fernseher und tageszeitung. Letztere hat mich kürzlich wirklich überrascht mit einer messerscharfen analyse über die gründe, aus denen ein irrer (der zufällig in österreich lebt) jahrelang seine tochter als gefangene hielt. Irgendein dummes gefasel über österreich und die 68er. Ich verzichtete darauf, einen leserbrief zu verfassen (ich schrieb im ganzen leben noch keinen), sondern kündigte die zeitung. Ganz patriarchalisch, quasi per anordnung, muß die beste frau von allen nun meine geliebte zeit lesen. 

Ich schweife ab. Es ging um den naheliegenden zusammenhang von löcherbuddeln und computern. Computer sind, wenn sie nicht funktionieren, noch schlimmer als löchergraben müssen. Aus beruflichen gründen arbeite ich ziemlich viel mit den dingern (computer faszinieren und begleiten mich schon seit meiner jugend). Wir haben ein buntes netz aus einem linux-kommunikationsserver, einem windows 2003 datenbank-server, NAS-geräten, einer samba-kiste die CAD-daten serviert und einem haufen clients – die unter xp bzw. windows 2000 laufen. Letzte woche war mal wieder patch-woche. Servicepack für den windows-server, updates für open-xchange und den sme-server, neue backup-software etc. . Beim neustart des datenbankservers stellte sich heraus, dass dessen pufferbatterie leer war. Wie erklärt man seinen mitarbeitern, die gerade die krise bekommen weil das pps nicht läuft, dass bei einem computer, der am 220v-stromnetz hängt, die batterie leer ist?

Bei mir daheim stand ein neuer rechner an. Einer spontanen idee folgend habe ich mir einen mac mini gekauft. Wollte einfach mal wissen, ob diese macs wirklich so cool sind, wie alle sagen. Nun, sie sind es. Auspacken, einschalten, läuft. iTunes spielt gerade Mike Oldfields "music of the spheres", iWork und iLife sind prima, openoffice gibt es auch für den mac, photoshop elements ist prima. Super ist: Man hat dieses coole betriebssystem, das einfach funktioniert. Doch wenn man möchte öffnet man eine konsole und fühlt sich daheim – UNIX! So klasse kann computer sein. Und: Der besten frau von allen gefällt es auch. Ist echt schick, dieses mac os. Tatsächlich (ich traue mich kaum es zu sagen) ist es für meine zwecke besser geeignet als linux. Trotzdem wird bald wieder ein ubuntu-linux in einer virtualbox seinen weg auf meinen desktop finden 🙂 .

Mac os beruht nebenbei bemerkt auf freier software. Das zugehörige projekt heisst Darwin. Ein grund mehr, es zu benutzen.

Euch eine menschliche zeit vielleicht ohne microsoft und hoffentlich ohne löcher im garten.