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die gummibären-muse

Viel los in diesen Tagen. Präsidenten kommen und gehen. Seit sie den Kachelmann eingesperrt haben, kann man das Wetter sowieso vergessen. Und ein eher mäßig begabtes Fräuleinwunder trällert die europäische Konkurrenz gnadenlos an die Wand.

Die armen Engländer haben sicher von dem Lena´schen Slang einen irreparablen neuronalen Schock im auditiven Kortex bekommen.

In unserer kleinen Welt, abseits der großen Geschehnisse, die die Welt in Atem halten, passiert nichts aufregendes. Gelegentlich küsst mich die Muse. Zuletzt in Gestalt einer Bande Gummibärchen…

Aussenstehend 1

Aussenstehend 2

What the fuck is that?

Neala und ich haben uns auf Gut Schiff an den Moorschnucken versucht. Immerhin haben wir an beiden Tagen die Biester in den Pferch bekommen. Vor allem am zweiten Tag taten wir das nicht wirklich elegant und letztlich landeten wir platzierungsmäßig irgendwo im Mittelfeld.

Die beste Ehefrau und Mutter erträgt tapfer mein Gitarrenspiel. Zum Glück gibts Kopfhörerverstärker. Ich habe einen von VOX, der klingt wie ein AC30 Röhrenverstärker.

Enorm praktisch. Schont die Nerven der Familie und man kann sich zu jeder Tages- und Nachtzeit das volle Brett auf die Ohren geben. Im Moment versuche ich mich an „The racing rats“ von Editors. Das Solo ist schon ganz schön frickelig und die Akkordwechsel treiben mich in den Wahnsinn.

So weit erstmal.

Euch eine menschliche, laute Zeit.

der große treck

Heute sind wir mit den Schafen auf die Sommerweide umgezogen. Einige Hektar wunderbare Schafweide (naja, schon eher wunderbar senkrechte Schafweide) mitten in schicker Zollernalblandschaft, mit Grillhütte ums Eck. Nach dem 1-stündigen Umtrieb durch den Wald war Neala endlich mal etwas müde. Und nach dem Netze und Horden auf- und abgebaue war ich es auch. An diesen Hängen bekommt der Begriff „Outrun“ eine ganz neue Bedeutung für den Hund … wir nennen das neuerdings nur noch Hillrun.

Wie auch immer. Ab heute kommt wieder echtes Hill-Shepherd-Feeling auf. Bilder demnächst.

Euch eine menschliche Zeit.

ivi :-)

Unsere Ivi ist eine junge, hübsche Hundedame geworden. Hier ein „Arbeitsportrait“ (macht man ja bei Menschen auch gerne, sie am Arbeitsplatz portraitieren, meine ich). Dummerweise hat sich der Gegenstand der Arbeit (die Schafe) zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits vom Acker gemacht.

Ivi

Euch eine menschliche Zeit.

schafe – neuester stand

Bei uns lämmert es immer noch, dass es eine Pracht ist. Vermutlich müssen wir den ganzen Sommer über Lammfleisch essen.

Mittlerweile umfaßt unsere kleine Herde 29 Schafe. Davon 10 Heidschnucken-Mutterschafe, 10 Waldschafmuttern, Shaun – den Bock … und aktuell 8 quitschfidele Lämmer. Die ganze Rasselbande zieht demnächst in ein hübsches Areal mit viiiiiel Platz, kniffligen Hanglagen, Obstbäumen und Orchideen um – da gibt es landschaftspflegetechnisch einiges zu tun. Wir freuen uns schon auf den Sommer. Die Schafe und die Hunde brauchen sich jedenfalls in nächster Zeit über mangelnde Aufgaben nicht beklagen.

Euch eine menschliche Zeit mit gesunden Rasenmähern.

dogscafe_in_focus#001 : ein kleiner fotokurs

Ich möchte davon berichten, wie es mir als hobbyfotograf beim continental in der schweiz erging und was ich wie und warum fotografiert habe. Alle bilder zu diesem beitrag seht ihr in dieser slideshow [click].

Der plan

2 Tage der europameisterschaft der hütehunde fotografieren um hinterher für die bilder einen haufen clicks und komplimente abzusahnen 🙂

Die technik

Klar war, das trial würde auf einem grossen feld stattfinden. Also braucht man brennweite, möglichst viel davon. Ich verrate an dieser stelle ein geheimnis: sportfotografie ist ein hobby für rechtsanwälte, zahnärzte und ähnliche leute. Oder eben von profis, die nichts anderes tun als sportfotografie zu betreiben. Die sind aber meist schon älter und haben ihr geld zuvor als rechtsanwalt, zahnarzt u.s.w. gemacht, bevor sie damit begonnen haben, weit entfernte schnell bewegte subjekte gegen bezahlung abzulichten.

Lichtstarke (und damit schnelle), große brennweite mit hoher optischer güte ist nämlich vor allem eins: sauteuer! Laßt euch nicht täuschen, wenn ihr kameras für ein paar hundert euro mit bildstabilisierten 28-600mm brennweite (kleinbildäquivalent) in der werbung seht. Das ist nichts für sportfotografie. Gleiches gilt für superzoomobjektive 18-270mm für 500,- eur. Alles schrott für actionbilder. Das wirklich richtige objektiv für diesen zweck wäre z.b. das canon ef 400/2.8 L  – es kostet ca. 7.000,- eur. Durchaus preiswert im sinne des wortes, übrigens.

Leider bin  ich weder anwalt noch zahnarzt, sondern gehöre zu denen, die diesen leuten ihre objektive finanzieren. Drum behelfe ich mir so: Ich benutze eine wirklich gute, bezahlbare optik – ein canon ef 70-200/2.8L ohne bildstabilisator. Diesen brennweitenbereich kann man immer gut gebrauchen – nicht nur bei der sportfotografie – drum lohnt sich die anschaffung eher. Das 70-200mm ist ein klassisches objektiv für fotojournalisten.

Wenn ich wirklich mehr brennweite brauche, dann benutze ich telekonverter und bin je nach konverter bis 400mm/5.6 unterwegs. Die 50d hat bei iso800 nicht wirklich ein rauschproblem und so kann man bei normalem tageslicht sogar bequem etwas abblenden um gute kontraste zu haben. So kommt man auf belichtungszeiten von 1/800s und kürzer bei guter schärfentiefe. Nun ist mir natürlich klar, dass ein konverter eigentlich mist ist. Die auflösung geht übel in den keller, die kontraste werden schlechter u.s.w. . Aber bevor ich mir eine 7.000,- eur linse kaufe, die ich nur ein paarmal im jahr benötige, lebe ich eben damit und leide.

Worauf kommts also an bei der sportfotografie:

– brennweite so wählen, dass man seine subjekte möglichst groß aufs bild bekommt

– kurze verschlusszeiten, höchstens 1/250s und ab 100mm brennweite folge ich der regel: höchstens 1/2 x brennweite. Beispiel: bei 200 brennweite max. 1/400s, bei 400mm brennweite max. 1/800s – nicht länger!

– blende anpassen. Meine regel: bis 100mm brennweite: f5,6 ; 100-200mm brennweite: f 6,3-7 ; ab 200mm brennweite: f8

– iso wert so wählen, das. o.g. zeiten/blenden möglich sind – ich gehe da wenn es sein muss bis iso 1.600 an meiner 50d

– ich fotografiere fast immer mit zeitautomatik bei blendenvorwahl

– einbeinstativ (bildstabilisierer nützen gar nichts wenn das subjekt mit 50 km/h um die schafe flitzt)

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An dieser stelle noch ein kurzes wort zum rauschen. Das die 50d bei iso 1.600 rauscht wie die ostsee weiss ich selbst. Nur: denkt an die analogen zeiten, als wir in der dunkelkammer die filme gepusht haben. Diese bilder hatten eine sehr eigene ästhetik, man musste nur damit umzugehen wissen. Gleiches gilt auch für verrauschte digitalbilder. Es kommt darauf an, was man draus macht.

Was braucht man noch für ein event-shooting? Ein gutes standardzoom. Mein objektiv der wahl für diesen zweck ist das canon ef 17-40/4 L . Das ding ist rattenscharf, bezahlbar (ich würde es, bezogen auf die optische güte, sogar als günstig bezeichnen), modern ist es (gerechnet in 2003, glaube ich) und mechanisch ist es ebenfalls eine wucht.

Das standardzoom braucht man für die reportagebilder drumherum, darauf kommen wir noch.

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Alternativ dazu oder für die,  denen der objektivwechsel zu lästig ist, eignet sich eine gute kompakte für diesen teil des jobs. Ein canon g-modell z.b. oder die panasonic lumix lx3 wären hier für mich ganz heiße kandidaten. So eine kamera kostet deutlich weniger als das ef 17-40/4 L . Wenn man nicht viel geld ausgeben will, dann rate ich sowieso dazu, die spiegelreflex gleich sein zu lassen und sich statt dessen eine der o.g. kompakten zu kaufen. Es ist nämlich so: Eine dslr mit einem miesen, lichtschwachen klapperobjektiv mit der optischen güte eines flaschenbodens bringt überhaupt nichts in sachen sport- und actionfotografie. Das bringt nur frust. Einige meiner schönsten bilder sind mit einer canon g entstanden und ich will sie nicht missen.

Soviel zur technik.

Die Bildkomposition

Bilder müssen interessant sein. Es geht also nicht nur drum, was drauf ist auf dem bild, sondern auch wie es drauf ist. Ein gutes sportbild vermittelt den kontext, in dem es geschossen wurde. Es beinhaltet emotion, dynamik …

export-52Ausserdem muss das subjekt (hier: Eckhard Sievers am Ende seines finallaufes) keineswegs in die mitte. Also nicht immer voll draufhalten mit dem zentralen af-sensor, sondern besser einen seitlichen sensor nehmen, je nach dem eben. In diesem bild sieht man emotion, den kontext, bewegung. Das subjekt ist etwas aus der mitte. Solche bilder sind interessant. Zugleich habe ich die farbe stark zurück genommen, weil die farbe hier für die bildaussage vollkommen unwichtig ist.

Auch sportbilder lassen sich komponieren. Drum muss man immer den sucher am auge halten und auf den richtigen moment warten, so wie hier:

export-36Dieses bild lebt von der symmetrie und in gewisser weise ist es auch witzig, denn man fragt sich unwillkürlich, was wohl im kopf des schafes in der mitte vorgeht während es das geschehen beobachtet.

Beim bildermachen muss man immer im hinterkopf haben, dass der betrachter verstehen möchte, worum es in dem bild geht. Hier ein beispiel:

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Man kann den begriff „shedding“, also das abtrennen einzelner tiere oder gruppen von einer herde, tatsächlich mit einem einzigen foto erklären. Man spürt auch förmlich, warum das so schwierig ist, weil schafe sich allein sehr unwohl und einsam fühlen. Dem aufmerksamen betrachter entgeht nicht, dass das braune schaf als nächstes gehen wird …

Fazit: ein foto muss eine geschichte erzählen

Ganz wichtig ist, dass drumherum einzufangen. Dafür nehme ich wie erwähnt gern die klassischen reportagebrennweiten. Am aps-c sensor eben die genannten 17-40mm. Hier beispiele dazu:

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Für dieses bild habe ich die kamera hoch in die luft gehalten. Das gibt eine andere perspektive und einen überblick. Schön kann auch sein, von unten nach oben zu fotografieren:

export-44Perspektive ist also wichtig.

export-12Hier ist der kontext stimmig. Das continental ist eine arbeitsprüfung für hütehunde – und als tribüne dient unter anderem ein landwirtschaftlicher anhänger. Das vermittelt das lebensgefühl der menschen, die dort sind.

Euch eine menschliche zeit und viel spaß beim fotografischen geschichten erzählen.

continental 2009

Wir waren am letzten wochenende zum zuschauen beim continental in der schweiz.

Ich bekomme immer noch gänsehaut, wenn ich an den brace-lauf von Serge van der Zweep mit Lass & Jim denke. Das war das beeindruckenste hüten, das ich bisher sah (so viel habe ich ja noch nicht gesehen, aber es hat mich auf jeden fall umgehauen).  Das niveau war allgemein sehr hoch, soweit ich das beurteilen kann. Die organisation war top (schweiz halt 🙂 ) . Serge van der Zweep war nicht zu schlagen an diesem wochenende. Seine hunde und er waren in einer top verfassung.

Hier ein paar bilder vom wochenende …

[click aufs bild zum starten]

Aus deutscher sicht freue ich mich sehr über einen hervorrgenden 6. platz von Eckhard Sievers mit Bod. Chapeau! an alle starter und ihre beeindruckenden hunde.

Euch eine menschliche zeit.

Neala

Die beste von frau und mutter von allen hat ein schönes bild von Neala beim training aufgenommen.

Neala

Neala hat sich zu einer wunderbar lieben, braven und sehr arbeitseifrigen 🙂 kleinen Hündin gemausert. Leider ist ihr Papa Xeran kürzlich verstorben.

Xeran (oben rechts) mit seinen N-kindern vom dänischen wohld

Er lebt in seinen kindern weiter. Ich denke in diesen tagen wieder oft an Barney, Linus und Yamka, die nicht mehr da sind. Es wäre schön, wenn die tage der trauer – die unweigerlich kommen werden – noch lange auf sich warten liessen und Neala, Darwin und Ivi noch lange bei uns sind.

Euch eine menschliche zeit mit viel lebensfreude.

es schiffte auf gut schiff

 Am letzten wochenende waren wir mit der ganzen familie auf Gut Schiff bei den 5. hundstagen. Es gab ein wunderschönes trial und auch sonst viel zu sehen und geboten – naja, und eine menge regen. Zumindest am samstag. Die organisatoren hatten eine tolle veranstaltung auf die beine gestellt und die reise war es allemal wert.

Das trialfeld war superschön, fast wie bei uns auf der alb 🙂

der klasse 2 – parcours

 

Neala und ich starteten natürlich in klasse 1. Am samstag schickte ich sie vom fuß weg zum einholen der schafe. War ganz schön nass, der start.

Neala – ready to go

 

Der outrun war schön und sie nahm die schafe auch einigermaßen anständig auf. Doch dann startete Neala da hinten so richtig durch und legte den schnellsten Fetch des tages hin 🙂

Neala, approaching lightspeed

 

Der rest des laufes bestand für mich hauptsächlich darin, zu versuchen, die schafe wieder zu beruhigen und am ende landete die rasselbande sogar wohlbehalten im pferch. Für den husarenritt gab es 54 punkte. Hätte schlimmer kommen können.

Am sonntag (ohne regen) ließ ich sie am pfosten liegen und ging vor zu den schafen in der hoffnung, den fetch diesmal etwas ruhiger zu gestalten. Pustekuchen! Schafe samt Hund sausten an mir vorbei richtung startpfosten – zum glück bin ich sportlich und konnte die bande wieder abfangen. Der rest des laufes war dann etwas besser und so wurden es trotz der üblen abzüge für outrun, lift und fetch wieder 54 punkte. Der pferch war sogar richtig gut mit vollen punkten und auf dem drive (da lief ich brav vorneweg zwecks vermeidung noch größeren übels) bekamen wir 15 von 15 möglichen punkten.

Das gremlin beim einpferchen

 

Schlußendlich belegten wir den 14. rang von 31 startern. Das ist für die umstände und meine fähigkeiten akzeptabel. Immerhin haben wir die schafe nicht verloren, was gar nicht wenigen passiert ist. Der pferch und der outrun waren prima. Beim treiben, bei der geschwindigkeit 🙂 und beim fetch haben wir noch ziemlich große baustellen.

ich beim versuch, die gut schiff´schen moorschnucken zu beruhigen

 

Wen die genauen ergebnisse des trials interessieren, der findet sie hier.

Der richter Volker Aust, der CD Stephan Lamm, die helfer, schafsteller, organisatoren und 100 andere gute geister haben uns ein wunderschönes wochenende geschenkt! Vielen dank dafür.

richterzelt im regen

Euch eine menschliche zeit mit netten menschen auf matschigen wiesen die genau so irre sind wie ihr 🙂

 

7. albtrial in ehingen / kirchen

Am letzten wochenende sind Neala und ich beim 7. albtrial (zuvor bekannt als 1. federseeetrial) gestartet. Andrea & Freddy haben kurzfristig das trial ausgerichtet, weil es am ursprünglch geplanten ort nicht stattfinden konnte. Trotz einer vorbereitungszeit von 36 stunden! haben die zwei ein tolles trial auf die beine gestellt.

Es gab tolle läufe zu sehen, der richter Volker Aust hat mit trockenem humor seinen teil zur guten stimmung beigetragen, die schafe waren in guter verfassung – was will man mehr. Für mich war es toll, beim klasse 3 trial zu zu sehen. Das war schon beeindruckend wie souverän die hunde und handler mit den gar nicht so einfachen bedingungen umgingen. Das gras stand hoch und die hunde mussten hart arbeiten – chapeau!

Für mich selbst war es ein prima wochenende. Am ende belegten wir einen anständigen platz im mittelfeld. Beim 2. lauf am sonntag habe ich ein bisschen was riskiert und wurde vom richter mit 67 punkten dafür belohnt. Damit bin ich sehr zufrieden und ich denke, wir sind auf einem guten weg. Aber es gibt noch viel zu tun und zuweilen murkse ich ganz schön herum.

Hier ein paar bilder vom wochenende …

[click aufs bild zum starten]

Euch eine menschliche zeit mit den besten hunden der welt.