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Alive & Kicking 2.0

Das dogscafe ist wieder eröffnet. Die Speisekarte hat sich etwas geändert, aber nicht allzu sehr. Könnte sein, dass künftig etwas schärfer gekocht wird.

Zum Stand der Dinge (ganz kurz, verprochen) und nur für die, die es interessiert: 25 Mutterschafe, ein Haufen Lämmer und die Hunde halten uns in Sachen „Möchtegernbauerdasein“ gut auf Trab. Dummerweise ging in Sachen Trial gar nichts im letzten Jahr. Das war weniger mangelnder Zeit geschuldet als anderen widrigen Umständen. Blöderweise kam ich auch kaum zum fotografieren. Und wenn ich mal die Knipse in die Hand nahm, kam nichts gescheites dabei raus. Wird sich hoffentlich bald ändern, da bin ich ganz zuversichtlich.

Die letzte Fototour führte mich an einen Ort, an dem man normalerweise alles andere tun würde als zu fotografieren: In eine alte Silbermine 🙂 Echt wahr. Da kann man coole Motive finden.

Marslandschaft

(Das Motiv kann man mögen oder auch nicht)

Ich habe ganz grundsätzliche Probleme mit allem, was nach Blödsinn klingt. Vor allem, wenn es mit Medizin zu tun hat – aber auch sonst. Eins der Dinge aus der Kategorie „Angewandter Blödsinn“ ist die aktuell moderne „Methode“, Kindern Lesen & Schreiben beizubringen. Martenstein hat sich da auch so seine Gedanken dazu gemacht. Das ist aber nicht so schlimm, weil letztlich lernt jeder irgendwann Lesen & Schreiben. Blödsinn ist es trotzdem. Wenn ein Musikanfänger improvisieren lernt, dann beginnt man ja auch mit Blues anstatt mit Zwölftonmusik. Vielleicht bin ich auch einfach zu fantasielos. Ausserdem bin ich kein Pädagoge und wahrscheinlich habe ich unrecht.

Apropos Musik. Ich habe die 60er / 70er entdeckt: Hendrix, The Grateful Dead, Rory Gallagher u.s.w. . Die waren echt gut. Handgemachte, bluesgetränkte Rockmusik. Könnte ich den ganzen Tag hören. Wenn ich nicht gerade The Big Bang Theory gucke. Wer sich für Musik interessiert sollte sich echt mal die Zeit nehmen und sich mit dieser Ära beschäftigen. Woodstock war einfach großartig. Vor allem haben die Typen nicht ständig dumme Liedchen über ihre Freundin geschrieben, sondern hatten was zu sagen. Leider habe sie auch eine Menge Zeug genommen, das man besser nicht nehmen sollte.

Wobei ich immer noch nicht begreife, warum man in jedem Supermarkt toxische Ethylakohollösungen kaufen kann, und zugleich Cannabis als illegale Droge gilt. Obwohl ich nicht trinke oder Cannabis konsumiere weiss ich noch aus meiner Jugend, dass mir die Bekifften immer lieber waren als die Besoffenen. a) rochen die besser und b) gingen sie mir nicht auf die Nerven. Ich kann mich noch erinnern, wie wir mal während einer Party im Jugendzentrum eine Riesenaufregung verursacht habe, weil wir „Haschisch-Räucherstäbchen“ entzündeten. Der ganze Laden roch bis unters Dach nach Gras 🙂 . Aber ich schweife ab. Am besten ist sowieso, die Finger von dem Zeug zu lassen. Auf Dauer wird man davon weich in der Birne und es ist einfach bescheuert, sein Gehirn mit diesem Zeug in nutzlosen Brei zu verwandeln.

Brain Damage

Zum Thema zurück 🙂 : Blödsinn

Hier meine Rangliste des größten gesellschaftlich akzeptierten Blödsinns:

1. Homöopathie

2. Religion

3. der komplette Rest pseudowissenschaftlicher Komplementärmedizin

4. Kommunismus

5. Burn-Out Syndrom

6. Verschwörungstheorien über die Pharmaindustrie

7. Windows

8. Leute, die sich damit brüsten, schon immer „schlecht in Mathe“ gewesen zu sein und Physik nicht zu mögen

9. ADHS

10. Deutsche Schlager

Euch eine menschliche Zeit.

Zukunft

Am vergangenen Donnerstag war ich mit einem Freund bei einer Lesung von Frank Schätzing. Limit live hiess das Ganze und war nun nicht gerade das, was man sich unter einer normalen Lesung vorstellt. Schätzing nahm uns mit auf eine multimediale Reise in die Zukunft. U.a. gab es eine Nachrichtensendung aus dem Jahr 2025 zu sehen inkl. einer Schaltung zum Mond, einem kurzen Bericht über ein Zusammentreffen von Bundeskanzler zu Guttenberg mit US-Präsident Schwarzenegger, einem Rückblick auf vergangene Zukunftshypothesen – die sich nahezu alle als falsch erwiesen haben, fingierte Gesprächen mit einigen Hauptdarstellern aus dem Buch u.s.w. . Es hilft etwas, wenn man das Buch vor dem Besuch bei „Limit live“ kennt. Wenn man es nicht kennt, ist es auch nicht weiter schlimm.

Fazit: Ein kurzweiliger, netter Abend, der durchaus auch zum Nachdenken anregte.

Zum Beispiel darüber, warum so viele Menschen Angst vor der Zukunft haben. Schätzing hat erwähnt, 60% aller Deutschen haben Angst vor der Zukunft. Warum? Wieso haben so viele Menschen Angst vor etwas, dass noch gar nicht passiert ist? Die Zukunft ist doch letztlich ein leerer Raum, sie ist ungewiss und zugleich ist sie gestaltbar. Auf die Vergangenheit können wir keinen Einfluss mehr nehmen. Sie ist Teil unserer Geschichte. Sicher hat sie auch eine große Bedeutung für die Zukunft – aus den Lehren der Vergangenheit leiten wir viele Entscheidungen ab, die unsere Zukunft beeinflussen. Nicht immer zu unserem Vorteil.

Passend dazu gibt es im aktuellen Zeitmagazin einen Bericht über eine breit angelegte soziologische Studie in Wittenberge. In 25 Kernaussagen fassen die Forscher ihre Beobachtungen zusammen (click hier). Eins der bemerkenswertesten Ergebnisse finde ich Nr. 6 :

6. Wenn die Sozialforscher in ihren Interviews nach den meistgenannten Wörtern suchen, sind das immer »damals« und »früher«.

Mir sagt das, dass dort einiges absolut nicht stimmen kann in Wittenberge. Leute, das Gestern ist vorbei, es ist gelaufen! Und eins ist sicher, es war nicht besser. Es war nur anders, aber auf Sand gebaut. Zusammengebrochen ist der ganze Irrsinn, weil das alles Mist war mit der Planwirtschaft und dem Sozialismus. Ist eben so gelaufen. Und nun hat man den Salat und redet davon, wie toll es doch war „damals“?

Ich denke, eine allzu intensive Beschäftigung mit der Vergangenheit ist nicht vernünftig. Lehren ziehen, ja natürlich, aber das „Damals“ zu glorifizieren und auf irgendeine Weise zu versuchen, dieses „Damals“ wieder zu erlangen, das ist Unfug. Wir haben es in der Hand, die Zukunft zu formen. Sie ist der gestaltbare Teil des Zeitstrahls. Ihr müssen wir unsere Kraft widmen.

Euch eine menschliche Zeit.

scientologisches gottesgedöns

Vielleicht liegt es dran, das Winter ist. Jedenfalls stolpere ich gerade erstaunlich oft über irgendwelchen Irrsinn. Gestern z.B. lief eine Doku über Scientology im Fernsehen. Die sind echt krass drauf, die Typen. Ihr Guru Ron L. Hubbard hat die Scientologerei in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts erfunden. Mir ist vollkommen unverständlich, wie man auf so einen Kram kommen kann – noch verrückter ist eigentlich nur, dass es Leute gibt, die das auch noch glauben (und dafür einen Haufen Kohle ausgeben). Ist der gleiche Unfug wie Steiners Anthroposophie. Der war mindestens genau so durchgedreht wie Hubbard, aber auf irgendeine magische Weise finden sich eine Menge Leute, die sein esotersiches Geschreibsel tatsächlich ernst nehmen. Zu allem Überfluss habe ich mir dann noch die Website eines Vereins bibeltreuer Leute angesehen, die das hierzulande gängige heilige Buch außergewöhnlich ernst nehmen und glauben, selbiges sei die Offenbarung eines Gottes. Sie haben allerlei lustige Ideen über die Welt und den Sinn des Lebens, aber wie es scheint sind sie wenigstens harmlos. Dabei ist es doch ganz einfach: Jeder weiß schliesslich, dass die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem („life, the universe and everything“) schlicht „42“ lautet.

Da fällt mir gerade ein, in unserem Garten leben Gartengespenster. Die sind blassgrün, beflügelt, sehr erotisch (die Gespensterinnen sehen aus wie Megan Fox, die Gespenstertypen wie Til Schweiger) und extrem nett. Nur, die wenigsten bekommen sie zu Gesicht. Immer wenn man guckt, dematerialisieren sie sich exakt 1/1000 s zuvor und sind futsch (es handelt sich um relativistische Quantenwesen). Ich bin der Einzige, der sie sehen kann! In der Tat bin ich der Hohepriester der Freikirche vom grünen erotischen Gartengespenst! Derzeit verfasse ich das zugehörige heilige Buch 🙂 . Im wesentlichen handelt es davon, dass die Gespielinnen des Hohepriesters aussehen wie Megan Fox und vertiefte Kenntnisse der indischen Küche sowie des Kamasutra aufweisen (Bewerbungen bitte nur mit Bild an meine Mailadresse).

Die Crux ist: Eine These, die nicht falsifizierbar ist, stimmt eben immer. So ist es mit Göttern, Wahrsagern, dem Steinerschen Akasha-Quatsch, Moses´ Steingetäfel und Hubbards Thetan-Gedöns. In Russland lebt sogar ein Typ der sich Wissarion nennt, und allen Ernstes von sich selbst und einer Gemeinschaft sinnsuchender Späthippies als Wiederkunft des Jesus von Nazareth (seinerseits vaterloser Sohn einer jungfräulichen Mutter) angesehen wird. Wie will man das widerlegen? Man kann es nicht. Könnte ja sein, dass er es tatsächlich ist. Jedenfalls hat er einen echt gruseligen Haarschnitt. Die Sache mit der vaterlosen Jungfräulichkeit nehme ich ihnen übrigens nicht ab.

Logischer Verstand hilft weiter. Der sollte einem als erstes sagen, dass eine nicht widerlegbare These zunächst einmal eine ziemlich heiße Kartoffel ist. Sicher ist es Unfug, jede nicht falsifizierbare These als irrelevant zu verwerfen. Aber man muss immer fein aufpassen, dass man nicht anfängt, so etwas wie einen Regentanz aufzuführen. Wer etwas genaueres über die Sache mit der Logik der Forschung wissen will, dem rate ich an, Karl Popper zu studieren.

Ich z.B. habe festgestellt, dass Regentänze im April supergut funktionieren. Die Wahrheit ist, ein Regentanz führt in unseren Breiten im April in 90% der Fälle binnen 7 Tagen zu Regen. Das ist natürlich vollkommener Unsinn. Es regnet ja auch ohne Tanz. Man merkt das, wenn man sich die Mühe macht, das Tanzen sein zu lassen. Wenn es dann trotzdem regnet … tja, dann weiß man immer noch nicht genau, dass der Regentanz Kappes ist. Denn es könnte ja sein, dass es auch ohne Tanzen mal regnet, oder das es mit Tanzen mehr geregnet hätte. Das ist im übrigen der Kern der Homöopathie. Dieser esoterische Quatsch ist nichts weiter als ein seit über 200 Jahren andauernder Regentanz.

Mein aktueller Lieblingskult ist die John Frum Bewegung. Wer Zeit und Muße hat, kann sich hier die für ihn geeignete Gottheit/Göttin heraussuchen.

Euch eine menschliche Zeit.

dogscafe_politics: von apple, google und den kommunisten

Im google Firmenblog ist ein bemerkenswerter Post des Google-Justitiars David Drummond zu lesen. Google und einige andere Unternehmen wurden kürzlich massiv aus dem Netz angegriffen. Dabei wurden Daten von Google gestohlen. Zudem wurde im Rahmen der Attacke versucht, Mailkonten von Menschenrechtsaktivisten auszuspähen (was nur in geringem Umfang gelang). Die Angreifer konnten allerdings nur Account-Informationen und Betreffzeilen ermitteln, nicht aber die Texte der Mails.

Die Quelle der Angriffe konnte eindeutig ermittelt werden: China.

Google ist nun nicht mehr länger bereit, die Zensurspielchen der chinesischen Regierung mitzuspielen. Sie sagen, dass sie in China künftig entweder eine unzensierte Version von Google laufen lassen werden oder in letzter Konsequenz ihr Chinageschäft aufgeben.

Was sind das nur für arme Würstchen in der chinesischen Regierung? Wieviel Angst müssen diese kommunistischen Wichte haben, dass sie ihre eigenen Bürger bespitzeln, ausspähen, die Presse kontrollieren, keine freie Meinungsäußerung zulassen, Kritiker verhaften und einsperren? Ich habe für solche Regimes nur Verachtung übrig und freue mich auf den Tag, an dem China endlich ein demokratischer Staat ist.

Mh, Google … in den letzten Jahren ist Google sehr mächtig geworden. Die Datenbestände von Google sind unglaublich umfangreich und ich bin sicher, dass Google und Apple mehr über mich wissen, als ich selbst – zumindest in mancher Hinsicht. Komischerweise habe ich damit gar kein so großes Problem. Ich denke, dass meine Daten bei Apple oder Google in jedem Fall besser aufgehoben sind, als bei einer staatlichen Institution. Und ich glaube, dass Google „not evil“ ist. Denn Googles Geschäftsmodell beruht auf Vertrauen. Wenn die User Google mißtrauen, ist es schnell vorbei mit dem Geschäft. Oder nehmen wir Apple als anderes Beispiel. Mobile Meist unheimlich praktisch – im Gegenzug „kennt“ Apple natürlich meinen Kalender, kann meine Mails lesen  … und ich bezahle auch noch dafür! Aber es macht mir das Leben leichter 🙂

Ich glaube, eine der Kernfragen ist, was derjenige, der etwas von mir weiss, mit den Daten anfangen will. Der chinesische Staat sammelt Daten, um seine Bürger zu unterdrücken, zu kontrollieren, zu sanktionieren. Und er hat die Mittel dazu, z.B. eine regimetreue Justiz und Polizei. Google oder Apple können das nicht, die haben keine Geheimpolizei. Sie brauchen mich als Kunden, um zu überleben. Deswegen funktioniert Zensur und Überwachung in totalitären, verbrecherischen Staaten wie China so viel besser als in Demokratien. Denn der demokratische Staat braucht seine Bürger in gewissem Sinne auch als „Kunden“, als Wähler. Die Wähler sind es, die die Regierung legitmieren.

Euch eine menschliche, demokratische Zeit.

dogscafe_politics: kinderrechte

Im aktuellen GEO (01/2010) ist eine Bildstrecke zum Thema „UNICEF-Foto des Jahres“ gedruckt. Beeindruckende, schmerzhafte Bilder.

UNICEF Foto des Jahres 2009

Quelle: UNICEF Website

[…] Somalia und die USA haben als einzige Länder der Welt die Kinderrechtskonvention nicht unterschrieben. […]

[Quelle: GEO 01/2010, S. 146]

Es wäre eine gute Idee, wenn sich der Friedensnobelpreisträger und amtierende Präsident der USA mal drum kümmern würde, dass sich das ändert?

Euch eine menschliche Zeit.

bildung …

Heute lese ich im Zeit-Magazin

[…] Bildung? Eine schwere Hypothek für alle, die damit geschlagen sind. Gebildete Menschen machen sich Gedanken, lesen Bücher, besuchen Kulturveranstaltungen, statt sich unbefangen und ohne schlechtes Gewissen den ganzen Tag den Freuden des Drogenrausches, der Sexualität sowie der zucker- und fettreichen Ernährung hinzugeben. Bildung ist Mist. [… ganzen Artikel bei zeit.de lesen]

Hm, also ich komme ganz gut mit dem schlechten Gewissen zurecht 🙂

Euch eine menschliche Zeit (ob mit oder ohne schlechtes Gewissen, hoffentlich viel Bildung aber trotzdem haufenweise … naja, bis auf die Drogen jedenfalls, Ihr wißt schon …]

P.S.: Ist Rotwein eigentlich eine Droge oder ein Menschenrecht?

podcast_fahrenheit404

Gestern sass ich den ganzen tag im auto. Klasse. Dank all der anderen irren, die auch auf der autobahn rumstanden, habe ich für ca. 600km auch nur knappe 11h gebraucht. Da war die 2-stündige besprechnung zwischendrin glatt erholsam.

Jedenfalls habe ich zeit zum podcast-hören gehabt. Ohne meinen iPod hätte ich mir gestern sicher eine schicke schizophrene psychose eingefangen. Bei der ganzen aktion stiess ich auf den fahrenheit404 podcast.

loglogoSehr cool.

Euch eine menschliche zeit im stau.

brand eins oder warum es o.k. ist, den zweiten hauptsatz der thermodynamik zu kennen

/besserwissermodus AN/

Wenn ich die zeit finde, lese ich gern brand eins. Man braucht einiges an zeit für die lektüre und drum passierts immer mal wieder, dass das heft ungelesen bleibt. Aber manchmal gelingt es mir eben doch.

Brand eins ist ein bemerkenswertes publizistisches projekt. Im grunde braucht man es gar nicht zu abonnieren. Man kann es (zeitversetzt) fast vollständig kostenlos online lesen. Aber es gibt offenbar genügend zahlende abonnenten. Dafür gibt es sicher gründe. Ich vermute, dass viele brand eins leser sich zwar freuen, rasch online einen artikel lesen zu können. Aber trotzdem niemals auf die idee kämen, das heft nicht zu kaufen. Einfach weil natürlich klar ist, dass es brand eins nicht mehr lange gäbe, wenn alle das so machen würden. Außerdem finde ich den stil der fotos extrem cool.

Im aktuellen heft ist ein artikel mit dem titel "Das Zeitalter der Lichter". Er handelt von der aufklärung und davon, dass wir skeptisch denken sollen. Davon, das bildung und wissen eine gute sache sind. Es stimmt: Wir leben in einer gesellschaft in der es durchaus als schick gilt, von sich sagen zu können, man habe mathematik eigentlich noch nie gemocht und verstünde nichts von wirtschaft. Solange man einen guten vers von Rilke auswendig kennt, ist einem die anerkennung aber auf jeden fall sicher. Nun, nichts gegen Rilke (wobei ich nichts von ihm auswendig kenne). Dafür kenne ich was von depeche mode … "I don´t want to start any blasphemous rumours but I think that god has a sick sense of humor. And when I die, I pretend to find him laughing." . Ist doch auch was. Ich bin eben teil der generation golf.

Zurück zur Aufklärung. So weit ist es damit wohl noch nicht gediehen. Man denke nur an kokolores wie homöopathie, anthroposophie, kreationismus, angst vor handystrahlung und mikrowellenherden. Ich traf mal jemanden, der hatte einen rosenquarz vor seinem tft-monitor stehen, wegen der strahlung. Meine empfehlung war, statt des steins besser bierflaschen zu nehmen – die könne man wenigstens austrinken. Alternativ schlug ich die lektüre eines physikbuches vor.

Im fernsehen feiert der unfug täglich fröhliche urständ. Jeder, der nicht bei 3 auf dem baum ist, meint, sich zu allem möglichen äußern zu müssen. Zitat von Vince Ebert aus dem brand eins artikel: "Eine Talkshow zum Thema Stammzellen", sagt Ebert, "bei der ein Bischof, eine Schauspielerin und ein Regisseur sitzen, die wahrscheinlich nicht mal wissen, was ein Gen ist, ist nicht meinungsbildend, sondern Blödsinn."

Da kann ich dem Vince Ebert nur zustimmen. Aber es gibt auch sendungen im fernsehen, die sind wirklich gut. Ein ganz heißer tip ist imo Scobel . Scobel ist zusammen mit Computerclub 2 mein lieblingspodcast auf iTunes. Klasse ist die sendung Mehr Wissen über: Menschenaffen und Affenmenschen. Dank ihrer gebühren ist sie kostenlos und frei im web verfügbar. Da schimpf noch mal einer auf den öffentlich-rechtlichen rundfunk. Ganz ehrlich: Ich bin froh, dass wir ihn haben.

Ich würde mir wünschen, dass das image der naturwissenschaften sich wandelt. Ich bin überzeugt, dass die welt besser funktionieren würde wenn wir alle etwas kritischer wären, mehr nachdächten bevor wir uns eine meinung bildeten. Die welt ist kompliziert, wunderbar, zum wahnsinnig werden interessant, lebendig. Aber sie ist verstehbar.

Ach so, der 2. hauptsatz … hier!

/besserwissermodus AUS/

Euch eine menschliche zeit.

darwin : short story

Da erscheint ein neues literaturmagazin der zeit und was ist auf seite 1 der ersten ausgabe zu lesen?

Eine kurzgeschichte über einen hund namens Darwin. Die ist so nett, dass ich sie euch nicht vorenthalten will.

[click aufs bild für eine pdf-version]

Unser tierarzt – bestimmt auch ein finsterer darwinist – findet Darwin als hundenamen übrigens ziemlich cool. Vielleicht habe ich ja einen trend begründet. Künftig drückt man mit der wahl des hundenamens seine lebenseinstellung aus. Mein nächster hund hieße dann "Karl Popper",  "Russel" oder "Dawkins". Klingt aber irgendwie bescheuert und verstehen würde den witz sowieso niemand. Vielleicht nennen wir sie doch einfach Jill.

Tatsächlich plant die firma genesis-land ag einen bibel-event-park, um uns die welt mit einer art religious-entertainment zu erklären. Puh, da macht man als Darwinist was mit. Ingo Schulze hat recht wenn er sagt: "Scheiße! Wo leben wir denn?" . Warum nur versuchen manche leute ständig unseren kindern zu erklären, der grund ihrer existenz sei irgendeine metaphysische wesenheit. Ist doch nicht so schwer zu akzeptieren, dass wir einfach nur da sind. So ganz ohne plan eben – aber auch nichtzufällig (was, nebenbei bemerkt, auch die wenigsten verstehen: evolution hat nichts mit zufall zu tun).

Scheiße, mann! Was ein glück, dass meine kinder nicht in die hölle kommen. Eins weiß ich: wenn die diesen park eröffnen und da hunde rein dürfen, dann gehe ich mit Darwin hin! Hoffentlich hebt er nicht sein bein an der arche. Sonst kommen wir beide womöglich in die hölle.

Euch eine menschliche zeit.

humanglobalerzufall

Globalisierung. Ein strapazierter begriff. Oft von leuten gebraucht, die nicht so recht verstehen worum es dabei eigentlich geht. Ob man sie gestalten kann, die globalisierung, oder ob sie ähnlich dem wetter etwas ist, das "einfach passiert" , sei einmal dahin gestellt.

Wer etwas über das menschliche leben, die beziehungen der menschen untereinander auf diesem planeten im sinne des kleine-welt-phänomens lesen möchte – oder einfach an gut erzählten, menschlichen geschichten freude hat; dem möchte ich ein neues magazin empfehlen.

Euch eine menschliche zeit mit geschichten, die es wert sind erzählt zu werden.