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timeshift

Timeshift (Zeitverschiebung) wär´ grad aktuell gar nicht so übel. Dann würde ich 1mal pro Tag 2h zurückspulen. Das würde schon reichen, 2h mehr. Ein Haufen neuer Bilder, u.a. aus einem U-Bahn Fotoprojekt, harren der Bearbeit- und Veröffentlichung. Der Gitarren- und Gesangspart von Pink Floyds „Wish you were here“ will auch erarbeitet sein (wie kann man in 8 Takte soviel Spieltechnik einbauen?) . Bildbearbeitung und Musik sind ja eher was für den späteren Abend, bei der aktuellen Hitzewelle sind abendliche Aktivitäten eh´ besser.

Am letzten Wochenende waren Neala und ich (ohne Kamera) bei Jenni, Kai und Bruderherz (Nealas Bruder) Nuts zu Besuch. Sie hatten Miriam Wolf für ein Hütehundseminar eingeladen. Das war natürlich ein vorzüglicher Grund, sich einmal wieder zu sehen und was soll ich sagen – es war wunderbar. Tolle Gastgeber, klasse Trainerin, große Fläche, schöne Schafe, nette Leute und natürlich engagierte Hunde. Übel war nur die Hitze. Wir haben um 06:00 Uhr morgens begonnen, aber am Samstag wurde es dann doch noch so heiß, dass wir den Nachmittag mit den Hunden an einem See verbrachten. Am Abend ging es dann auf der Koppel weiter und nebenher haben wir gegrillt. Superschön, lehrreich und sehr besonders. Border Collie Leute sind schon eine spezielle Sorte Mensch und liebenswert verrückt. Wie sonst kann man erklären, dass es Leute gibt, die von 06:00 Uhr früh bis 22:00 Uhr abends nichts anderes im Sinn haben als Schafe & Hunde?

Für mich brachten die 2 Tage die Erkenntnis, präziser sein zu müssen. Klarer in meiner Kommunkation mit dem Hund. Neala hat schön mitgearbeitet, lief wirklich gut und hat die Stop-Lektionen gut umgesetzt. Ich denke, wir haben in Sachen Drive einen guten Schritt nach vorn gemacht und ihre Distanzarbeit hat sich verbessert. Das hat sich in den letzten Wochen schon angedeutet. So manche Flanke ist noch nicht so, wie ich das gern hätte, aber das Verhältnis von guten zu schlechten Bewegungen verbessert sich langsam, aber stetig in dem Maße, in dem meine Fähigkeiten sie zu führen besser werden. Zuweilen ist sie noch sehr ungeduldig, hektisch und schnell. Gerade im Trial, wenn es aus dem Auto weg zum Startpfosten geht, dann habe ich doch arge Probleme, sie unter Kontrolle zu halten. Wie es scheint, pushen wir uns dann gegenseitig, weil ich natürlich auch ziemlich aufgeregt bin, wenn ich am Startpfosten stehe. Tja, und dann ist da noch die Sache mit der Pfeife. Ich sollte dringenst die Pfeiferei lernen, weil das mit dem rufen doch irgendwie a) ziemlich uncool und b) für den Hund total doof ist. Leider pfeife ich wirklich schlecht. Ich erkläre und gelobe hier öffentlich: Nach dem Sommer kann ich pfeifen. Und wenn ich Tag und Nacht üben muss!

Kurzum: Es war ein rundum cooles Wochenende mit netten Menschen, Hunden und der schönsten Nebensache der Welt (und damit meine ich nicht Fußball, sondern die Arbeit mit Border Collies).

Was gab´s denn sonst noch… Fußball. Ich habe mein erstes Public Viewing erlebt. Im Rahmen eines Kindergartenfestes, bei dem ich Festivalfotograf war. Hat Spaß gemacht und tasächlich habe ich mich zum kollektiven Mitjubeln hinreißen lassen 🙂 . Krass. Die Jubelei ist quasi ansteckend.

Einen neuen Präsidenten haben wir ja nun auch wieder. Und hoffentlich hat nun auch der Letzte begriffen, dass die Kommunisten ein ganz klein wenig irre sind. Warum man die SED, die sich nun „die Linke“ nennt und alten (sauren) Wein in neuen Schläuchen verkauft, als ernstzunehmende politische Kraft sehen kann, ist mir vollkommen unbegreiflich. Ich mein´, dass waren die Typen, die die Leute hinter Elektrozäunen und Selbstschußanlagen gehalten haben wie Vieh. Mit dem Unterschied, dass mein Vieh wenigstens Meinungsfreiheit hat 😉 . Und von denen sitzen 123 oder so in einer Bundesversammlung herum und bestimmen den Bundespräsidenten mit. Manchmal ist Demokratie schon schwer auszuhalten. Sogar ein paar verrückte Nazis haben bei der Wählerei mitgespielt, aber das waren ja zum Glück nur wenige. Apropos.. da fällt mir was zu ein 🙂

Jedenfalls haben wir jetzt den Wulff als Präsi. Was für mich o.k. ist. Der Gauck gefiel mir besser, weil irgendwie find´ ich, so ein Intellektueller als Präsi, das ist schon was. Andererseits ging´s ja bei dem Letzten ziemlich schief und vielleicht hält so ein Denker, der das alles blickt, es einfach nicht aus im Politikbetrieb. Zudem kann ich mich an keine schmuckere First Lady als Miss Wulff erinnern.

[Bild:NDR]

Wenn der Wulff den Obama trifft, kriegen die bestimmt die Krise weil die Fotografen nur die präsidialen Damen ablichten wollen und sich kein Mensch für ihren politischen Poetry Slam interessiert. Apropos Poesie … hier ein Linktip: Andy Strauß.

Überhaupt, was Politiker so alles treiben. Ob mir die Angela und ihre Gesellen wohl demnächst mal bei einem Trial oder sonst auf irgendeiner Wiese über´n Weg laufen?

[Bildquelle: keine Ahnung 🙂 ]

Das Schnuckenvieh hätte denen ruhig mal anständig eins dengeln können. Bei all dem Kokolores den die so veranstalten 🙂

Euch eine menschliche Zeit.

die gummibären-muse

Viel los in diesen Tagen. Präsidenten kommen und gehen. Seit sie den Kachelmann eingesperrt haben, kann man das Wetter sowieso vergessen. Und ein eher mäßig begabtes Fräuleinwunder trällert die europäische Konkurrenz gnadenlos an die Wand.

Die armen Engländer haben sicher von dem Lena´schen Slang einen irreparablen neuronalen Schock im auditiven Kortex bekommen.

In unserer kleinen Welt, abseits der großen Geschehnisse, die die Welt in Atem halten, passiert nichts aufregendes. Gelegentlich küsst mich die Muse. Zuletzt in Gestalt einer Bande Gummibärchen…

Aussenstehend 1

Aussenstehend 2

What the fuck is that?

Neala und ich haben uns auf Gut Schiff an den Moorschnucken versucht. Immerhin haben wir an beiden Tagen die Biester in den Pferch bekommen. Vor allem am zweiten Tag taten wir das nicht wirklich elegant und letztlich landeten wir platzierungsmäßig irgendwo im Mittelfeld.

Die beste Ehefrau und Mutter erträgt tapfer mein Gitarrenspiel. Zum Glück gibts Kopfhörerverstärker. Ich habe einen von VOX, der klingt wie ein AC30 Röhrenverstärker.

Enorm praktisch. Schont die Nerven der Familie und man kann sich zu jeder Tages- und Nachtzeit das volle Brett auf die Ohren geben. Im Moment versuche ich mich an „The racing rats“ von Editors. Das Solo ist schon ganz schön frickelig und die Akkordwechsel treiben mich in den Wahnsinn.

So weit erstmal.

Euch eine menschliche, laute Zeit.

one week

Im iTunes-Store bin ich über einen wunderbaren kanadischen Film gestolpert.

One Week – das Abenteuer seine Lebens

Der Film erzählt die Geschichte von Ben. Er erfährt, dass er an einer ziemlich üblen Form von Krebs leidet und die Sache mit einer Wahrscheinlichkeit von 10:1 übel ausgeht. Ben zieht los, zu seiner vielleicht letzten Reise von Toronto nach Westen, zum Pazifik …

Ein klasse Film mit einer höllisch guten Kamera, einem tollen Soundtrack (den gibts leider nicht in Europa zu kaufen, man muss sich die Songs bei iTunes zusammen suchen) und spielfreudigen Darstellern. Ein Film, der zum Nachdenken anregt. Es kommt nicht oft vor, dass mir ein Film nahe geht.

Ein Tip: Wer des englischen mächtig ist, dem rate ich, den Film im Original anzuschauen.

Man kann den Film bei iTunes leihen bzw. kaufen (oder bei amazon).

„When you get those rare moments of clarity, those flashes, when the universe makes sense, you try desperately to hold on to them. They are the life boats for the darker times, when the vastness of it all the incomprehensible nature of life is completely illusive. So the question becomes, or should have been all along, what would you do, if you knew you had only day, or one week, or one month to live. What life boat would you grab on to, what secret would you tell, what band would you see, what person would you declare your love to, what wish would you fulfill, what exotic local would you fly to for coffee?

What book would you write?“

( An diesen seltenen Momenten der Klarheit, wenn einem Geistesblitz gleich das Universum plötzlich einen Sinn ergibt, klammern wir uns verzweifelt fest. Sie sind die Rettungsboote in den düsternen Zeiten wenn die ungeheure Ausdehnung, die unergründliche Natur des Lebens, unbegreiflich scheint. Dann lautet die Frage, oder hätte schon immer heissen sollen: „Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, Sie hätten nur noch einen Tag, oder eine Woche, oder einen Monat zu leben? Nach welchem Rettungsboot würden Sie greifen, welche Geschichte würden Sie erzählen, welche Band würden Sie sehen wollen, welcher Person würden Sie Ihre Liebe erklären, welchen Wunsch sich selbst erfüllen; bis wohin würden Sie fliegen, nur um einen Kaffee zu trinken?

Welches Buch würden Sie schreiben?“)

To strive, to seek, to find, and not to yield.

( Zu streben, zu suchen, zu finden und nie zu ruhen. )

Euch eine menschliche Zeit mit diesem großartigen Film.

neues vom strassenrand

tststs …

also ehrlich, dass muss ja nicht sein

umleitung

Ist grad´ viel los, drum komme ich nicht zum bloggen. Vorab so viel …

meine Fender Stratocaster (endlich wieder Musik machen)

Neala und ich waren fleißig trainieren, u.a. bei einem schönen Vorbereitungstag für die Koppelgebrauchshundeprüfung bei Bianca und Andreas. Vielen Dank für den lehrreichen und schönen Tag bei Euch. Den Schafen geht es nach dem langen Winter auf ihrer Sommerweide ganz prima. Wir haben viel Platz zum grasen, hüten … Netze stellen am Steilhang ersetzt den Sport an den Umkoppeltagen 🙂 .

Euch eine menschliche Zeit.


Bones

Ein starker Text … „Bones“ von den Editors :

How can you always be late for your arrival?
You know I’d forgive you every single time

Retreat, retreat
I’ve fallen at the low tide
Oh retreat, retreat
And meet me by the quayside

In the end all you can hope for
Is the love you felt to equal the pain you’ve gone through

Are your eyes showing off for mine
Your face in my hands is everything good I need

The system’s put in place, put there to protect us
For you I’d throw a lifeline every time

Oh Retreat, retreat
I’ve fallen at the low tide
Now retreat, retreat
And meet me by the quayside

In the end all you can hope for
Is the love you felt to equal the pain you’ve gone through

Are your eyes showing off for mine
Your face in my hands is everything good I need

Bones, starved of flesh
Surround your aching heart
Full of love

Oh bones, starved of flesh
Surround your aching heart
Full of love

Bones, starved of flesh
Surround your aching heart

Bones

Oh bones

I watch as your eyes show off for mine
I watch as your eyes show off
I watch as your eyes show off for mine
I watch as your eyes show off

[„Bones“, vom Album „An end has a start“ von Editors]

Gibt´s hier zu kaufen:

Klick mich, um zu iTunes zu gelangen!

„… is the love you felt to equal the pain you´ve gone through.“

Auf so was Geniales muss man erstmal kommen!

Euch eine menschliche Zeit.

Unser Tabernakel – eine Replik

Heute las ich beim Frühstück im Feuilleton der aktuellen Ausgabe der Zeit (Nr. 15, 8. April 2010, S. 45) einen Artikel zum iPad. In dem Artikel geht es (mal wieder) darum, das Apple-Fans fast schon religiöse Gefühle ggü. der Firma Apple Inc. hegen würden und deren Gerätschaften wie kostbare heilige Reliquien des großen Gurus Steve behandelten.

Mich nervts. Total. Was soll dieser Unsinn?

Empörte Katholiken, so meldete eine süddeutsche Zeitung, stehen in diesen Tagen vor Standesämtern und Amtsgerichten Schlange, um aus der Kirche auszutreten. Andere, weitaus längere Schlangen bildeten sich Ostern in den Vereinigten Staaten, wo die berühmte Elektrofirma Apple Inc. ihrer Gemeinde den neuen Tablet-Minicomputer iPad zu Füßen legte. Natürlich, die eine Schlangenbildung hat mit der anderen nichts zu tun, und doch ist diese Parallele von großer symbolischer Prägnanz.

Nein, ist sie nicht. Da ist gar nichts prägnant. Aus der Kirche treten Leute aus, weil sie diese Institution ablehnen. Weil alte, verwirrte Männer dummes Zeug über den Mißbrauch kleiner Kinder, die Gefährlichkeit von Kondomen und anderen Unfug reden oder was weiß ich warum. Apple hat keine Gemeinde, in die man ein- oder austreten kann. Apple ist eine stinknormale Firma, die sich aktuell durch gutes Marketing, marktgerechte Produkte und massentaugliches Design auszeichnet. Die Folge ist Erfolg. Aber wenn ich so etwas lese:

Denn auch die Firma Apple ist eine kirchenähnliche Organisation, die mit missionarischem Eifer gegen ein neurömisches Weltreich kämpft, gegen das Imperium von Microsoft. An der Spitze der Apple-Weltkirche steht der Papst Steve Jobs, der während seines Pontifikats…

… krieg´ ich gehörige Kopfschmerzen.

Davon mal abgesehen, dass eine Firma wie Apple ganz sicher nicht einmal im entferntesten etwas mit einer Glaubensgemeinschaft zu tun hat (was für ein grandioser Blödsinn!), kämpft Apple mitnichten gegen irgendwen. Apple versucht, Marktanteile zu gewinnen und Geld zu verdienen. Zu dem Zweck entwickelt Apple Produkte, die die Leute benutzen möchten, weil sie einen Mehrwert im Vergleich zu Konkurrenzprodukten bieten. Wenn dafür Exchange-Unterstützung, Bootcamp, Intel-Prozessoren, Office:mac etc. hilfreich sind, dann machen sie das. Steve Jobs ist nur der Vorstandsvorsitzende von dem Laden. Sicher ein bemerkenswerter Manager mit Sinn für den Markt. Aber kein Papst.

Warum haben Hunderte von Bloggern beim unboxing, dem Auspacken des iPads, das Wunderding wie einen Kultgegenstand gen Himmel gereckt – als seien sie die neuen Priester einer Techno-Religion, die im Begriff steht, die alten Religionen abzulösen?

Meine Güte. Geeks machen sowas. Und lachen drüber. Ganz sicher haben sie dabei nichts göttliches im Sinn. Sowas ist die Folge gut gemachten Verpackungsdesigns 🙂 Als der UPS-Mensch mein MacBook Pro brachte, meinte die beste Frau von allen sogar,“Mensch, die machen ja sogar schicke Kartons!“. Eben.

Die Apple-Religion verspricht nicht einen neuen Himmel und nicht eine neue Erde; sie beruhigt lediglich die Dauerpanik des Subjekts. Sie verspricht ihm hoch und heilig, dass es im alternativlosen Chaos der unverbesserlichen Welt nicht aus dem Netz fällt oder in den Schwarzen Löchern der Kommunikation auf immer verschwindet.

Was auch immer die Apple-Religion sein soll. Ich habe noch keine entdecken können. Und weder ich noch andere mir bekannte Leute, die mit Macs arbeiten, vergöttern Steve Jobs, Apple oder überhaupt jemanden. Ich bin doch nicht bescheuert.

Mir geht es echt auf den Wecker, dass Apple-User in so eine Schublade gesteckt werden. So nach dem Motto „Die sind nicht ganz dicht, beten ihre Computer an, erwarten jede Keynote wie die Bergpredigt u.s.w … “ . Nein, das mache ich nicht. Trotzdem finde ich aus einer ganz professionellen Perspektive das Marketing von Apple ziemlich cool. Ich habe keine Ahnung, ob der Autor dieses Zeit-Artikels viel mit Computern, Medien, dem Netz zu tun hat. Wenn doch, dann sollte er dringend mal Mac OS X ausprobieren. Oder ein MacBook Pro. Zum arbeiten! (nicht zum beten, nicht zum spielen – nur zum arbeiten).

Dann würde dieser Mensch sicher kapieren, dass ein echtes UNIX aus technischer Sicht eine vernünftige Sache ist, eine Benutzeroberfläche tatsächlich gut funktionieren kann, und dass es einen Unterschied macht, ob man tagein-tagaus auf einer Klapperschepper-Tastatur herumdödelt und dabei auf ein finsteres Flacker-LCD starrt – anstatt ein knallscharfes LCD mit erweitertem Farbraum, LED-Backlight und eine Tastatur, die weder scheppert noch klappert, zu benutzen. Und die sogar, nebenbei bemerkt, das exakt gleiche Anschlagfeeling wie die Desktop-Tastatur zuhause hat. Und wie cool es z.B. ist, wenn auf der iDisk daheim das im Büro begonnene Spreadsheet schon darauf wartet, weiter bearbeitet zu werden. Ohne, dass man sich irgendwelche Gedanken darum machen muss, wie mobileme das für einen erledigt.

Deswegen benutzen Leute Apple-Computer. Weil das Gesamtsystem gut funktioniert und das tut, was es soll: einem die Arbeit erleichtern.

Was das Internet, Apple, Computer, Software oder anderer Technikkram mit Religion zu tun haben, wissen sicher nur die Götter selbst (oder der Geier, der weiß ja sonst alles).

Euch eine menschliche Zeit.

for shure

Ich liebe meine …

Erstaunlich, was soundmäßig aus einem iPod heraus kommt. Ich höre gerade Pantha du Prince – Black Noise, und hätte nicht gedacht, wieviel Klang man bei Shure (und Apple 🙂 ) für sein Geld bekommt.

Euch eine menschliche Zeit.

Noch mehr Gasflaschen, Kausalität und editorische Klangwelten

Sorry für die längere Funkpause. Mir wollte weder etwas gescheites einfallen (tat es das je?), noch küsste mich die fotografische Muse gar übermäßig. Letzteres ändert sich gerade, ersteres wird sich noch zeigen.

Letzten Donnerstag war ich mal wieder im Baumarkt: Gasflaschen tauschen. Um dem Unterschriftenirrsinn zu entgehen, vor allem aber um zu vermeiden, dass ich mich während des Tauschvorgangs halb tot lache und die glauben, ich sei irgendwo weggelaufen, suchte ich diesmal ein anderes dübelverscherbelndes Etablissement auf, um den Tausch zweier Flaschen zu vollziehen.

So stand ich zum wiederholten Male vor einer Informantin, diesmal in anderer Uniform (weil andere Sorte Baumarkt), stellte meine zwei leeren Gasflaschen auf den Wagen, sie legte mir wieder ein magisches Dokument vor (mittlerweile grinste ich schon wie ein Honigkuchenpferd) und …

„Hier unterschreiben und Ihre vollständige Anschrift, bitte!“, bellte sie mir über den Tresen entgegen. Das konnte nicht wahr sein. Prustend fragte ich, was sie denn mit meiner Adresse so anfangen wolle (sie war nett, aber nicht so nett, dass ich ihr einfach meine Anschrift gegen wollte). „Nichts!“, entgegnete sie. „Ah, nichts? Und warum genau soll ich die dann da hinschreiben?“, fragte ich. Sie sprach davon, man müsse ab 50,- EUR Gutschriftwert seine Adresse angeben. Ausserdem „habe sie Schweigepflicht!“, ich solle mir keine Sorgen machen. Im Baumarkt stellen sie neuerdings als Informantinnen Ärztinnen, Anwältinnen oder Pfarrerinnen ein, weil sonst keiner Gasflaschen tauschen kann wegen der Schweigepflicht.

So viel Quatsch ertrug ich nicht mehr länger, schrieb etwas von Rolf Mustermann aus der Domstrasse auf den Wisch und holte 2 Minuten später meine vollen Gasflaschen. Wie irre ist das denn? Schweigepflicht! – im Baumarkt!

Das mit dem Irrsinn hat sowieso Methode. Gut fand ich die Idee, die Typen vom CERN könnten mit ihrem LHC tatsächlich den Planeten aus dem Universum fegen. Das nenn´ ich mal Dummheit im Grenzbereich. An der Stelle machen wir mal einen kleinen Ausflug in die wunderbare Welt der Naturwissenschaft: Dinge (gleich welche, also alle Sachen) haben Gründe. Nichts passiert einfach so, sondern alles hat eine Ursache. Bezüglich der Ursache gilt mit hinreichender Sicherheit übrigens, dass sie ungleich einer Gottheit ist 🙂 . Das Zeug, dass um uns rum passiert, hat letztlich mit Energie und ihren Folgen zu tun. Eine kurze Zusammenfassung findet sich im Wikipedia-Artikel zur Thermodynamik. In so einer bescheidenen Maschine wie dem LHC ein schwarzes Loch zu erzeugen, hinter dessen Ereignishorizont der ganze Planet mir nichts, dir nichts verschwinden kann, ist ein aussichtsloses Unterfangen. Wer es genau wissen will, dem sei diese Lektüre empfohlen … Review of the Safety of LHC Collisions.

Kurzum: Dem zweiten Hauptsatz haben wir es zu verdanken, dass wir irgendwann 6 feet under landen. Macht´s gut und danke für den Fisch. Und irgendwie erklärt das Thermodynamikzeug auch, warum man mit dem LHC nicht einfach vogonenmäßig die Erde wegpusten kann.

Es gibt natürlich auch schönes zu berichten. Ich habe eine neue Lieblingsband, am Schreibtisch tönt endlich ein gescheiter Verstärker mitsamt meinen guten, alten, nunmehr in weiß hochglanz lackierten JBL Ti600 – Boxen (da macht das bloggen und arbeiten gleich wieder mehr Spaß), die Renovation des Wohnzimmers ist erfolgreich abgeschlossen, das iPad ist da!

Halt, meine Lieblingsband hätte ich ja fast vergessen. Es sind die EDITORS aus Birmingham. Insgesamt finde ich, dass das Debutalbum „The back room“ aus dem Jahr 2005 ihr stärkstes ist. Gibts hier zu kaufen: iTunes. Ich gehe am 22. April zum Konzert in Rottweil. Schreibt mir doch, wenn ihr mitkommen möchtet.

Ausserdem habe ich endlich wieder Zeit zum knipsen. Es gibt ein neues Projekt „Strassenrand“. Hier erste Bilder …

racer

blickpunkt

vergangen(heit)

insolvent

nutzlos

ladegebühr

Euch eine menschliche Zeit.