von onlinepausen und voodoo-lan-kabeln

Die letzten Tage standen im Zeichen einer umfassenden Neugestaltung unseres Wohn- und Essareals :-) . Daher war nix mit bloggen, sondern Anstreichen angesagt. Hier das Ergebnis der Pinsel- und Tapezieraktion :

Renovationsergebnis

Jetzt warten wir voller Ungeduld auf die fehlenden Möbel (das mit dem Fernseher auf dem Subwoofer ist schließlich keine Dauerlösung).

Nach der ganzen Renoviererei las ich in einem Musikmagazin einen Artikel über Musikstreaming. Eigentlich ist das nix wirklich Neues. Bei uns daheim dient der Heim-Mac z.B. zugleich auch als Streaming-Server und bedient ein Muvid IR815 mit Musikdaten. Das ist ganz praktisch, obwohl die Navigation durchs Musikarchiv nicht so komfortabel ist, wie sie sein sollte.

Jedenfalls las ich in dem Artikel etwas, das hat mich schon ziemlich erschüttert. Die Testleute jenes Magazins hatten heraus gefunden, dass das LAN-Kabel zwischen Server und Streaming-Client einen Einfluß auf den Klang der Musik habe. So! So! Und das, obwohl nicht mal der 1. April ist.

Was genau passiert denn beim Streaming? Eine Datei, bestehend letztlich aus digitalen Nullen und Einsen, wird vermittels eines Protokolls (in diesem Fall TCP/IP)  und diverser technischer Magie, die niemand so richtig versteht, über ein Kabel geschickt. Am anderen Ende kommen quasi wieder Nullen und Einsen an. Die werden in einen Puffer “geladen” und wenn der voll ist, geht es los mit der Musikabspielerei (das ist natürlich grob vereinfacht, aber im Grunde ist es so). Es wird also kein analoges Signal übertragen, welches z.B. durch Rauschen oder so verändert würde. Es sind schlicht digitale Daten. Wenn es stimmen würde, dass das LAN-Kabel einen Einfluss auf den Sound einer Musikdatei hätte, dann wäre das genau so als würde man postulieren, dass jeweils verwendete USB-Kabel nehme beim Übertragen einer Bilddatei von einer Digitalkamera zum Rechner einen Einfluß auf die Bildqualität des Fotos. Das ist natürlich haarsträubender Blödsinn.

Bei dem beschriebenen Phänomen handelt sich schlicht um einen psychoakustischen Effekt. Wobei diese Tatsache an sich schon spannend genug ist.

Ich freue mich schon auf heute Abend. Mein Muvid IR815 wird nämlich per WLAN mit Daten versorgt. Das klingt schön luftig und nicht so gequetscht wie die armen Daten, die man durch ein Kabel gezwängt hat <ggg>.

Vielleicht wollten die Leute bei dem Magazin ja auch nur einen gut getarnten Witz außer der Reihe machen.

Euch eine menschliche, luftige Zeit.

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