Ich war mit ein paar Leuten in Tübingen fotografieren. Hier Impressionen meines ganz persönlichen Sonntagnachmittagstadtspaziergangs …
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Euch eine menschliche Zeit.
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Im Rolling Stone las ich eine sehr positive Kritik zum neuen Album von Pantha du Prince.
Ich bin schwer begeistert von dem Album. Grandiose Soundbasteleien, eine ganz besondere Leichtigkeit, coole Rythmen. Eine wunderbare Platte. Ich weiß nicht mal so genau, wie man die Musik von Pantha du Prince einordnen soll. Techno, Trance, Ambient ? Das greift alles zu kurz. Hendrik Weber hat eine sehr besondere Art, elektronische Musik zu machen. Zurücklehnen, auf einer guten Anlage hören, Freude haben. Euch eine menschliche Zeit. Am vergangenen Donnerstag war ich mit einem Freund bei einer Lesung von Frank Schätzing. Limit live hiess das Ganze und war nun nicht gerade das, was man sich unter einer normalen Lesung vorstellt. Schätzing nahm uns mit auf eine multimediale Reise in die Zukunft. U.a. gab es eine Nachrichtensendung aus dem Jahr 2025 zu sehen inkl. einer Schaltung zum Mond, einem kurzen Bericht über ein Zusammentreffen von Bundeskanzler zu Guttenberg mit US-Präsident Schwarzenegger, einem Rückblick auf vergangene Zukunftshypothesen – die sich nahezu alle als falsch erwiesen haben, fingierte Gesprächen mit einigen Hauptdarstellern aus dem Buch u.s.w. . Es hilft etwas, wenn man das Buch vor dem Besuch bei “Limit live” kennt. Wenn man es nicht kennt, ist es auch nicht weiter schlimm. Fazit: Ein kurzweiliger, netter Abend, der durchaus auch zum Nachdenken anregte. Zum Beispiel darüber, warum so viele Menschen Angst vor der Zukunft haben. Schätzing hat erwähnt, 60% aller Deutschen haben Angst vor der Zukunft. Warum? Wieso haben so viele Menschen Angst vor etwas, dass noch gar nicht passiert ist? Die Zukunft ist doch letztlich ein leerer Raum, sie ist ungewiss und zugleich ist sie gestaltbar. Auf die Vergangenheit können wir keinen Einfluss mehr nehmen. Sie ist Teil unserer Geschichte. Sicher hat sie auch eine große Bedeutung für die Zukunft – aus den Lehren der Vergangenheit leiten wir viele Entscheidungen ab, die unsere Zukunft beeinflussen. Nicht immer zu unserem Vorteil. Passend dazu gibt es im aktuellen Zeitmagazin einen Bericht über eine breit angelegte soziologische Studie in Wittenberge. In 25 Kernaussagen fassen die Forscher ihre Beobachtungen zusammen (click hier). Eins der bemerkenswertesten Ergebnisse finde ich Nr. 6 :
Mir sagt das, dass dort einiges absolut nicht stimmen kann in Wittenberge. Leute, das Gestern ist vorbei, es ist gelaufen! Und eins ist sicher, es war nicht besser. Es war nur anders, aber auf Sand gebaut. Zusammengebrochen ist der ganze Irrsinn, weil das alles Mist war mit der Planwirtschaft und dem Sozialismus. Ist eben so gelaufen. Und nun hat man den Salat und redet davon, wie toll es doch war “damals”? Ich denke, eine allzu intensive Beschäftigung mit der Vergangenheit ist nicht vernünftig. Lehren ziehen, ja natürlich, aber das “Damals” zu glorifizieren und auf irgendeine Weise zu versuchen, dieses “Damals” wieder zu erlangen, das ist Unfug. Wir haben es in der Hand, die Zukunft zu formen. Sie ist der gestaltbare Teil des Zeitstrahls. Ihr müssen wir unsere Kraft widmen. Euch eine menschliche Zeit. Bei uns lämmert es immer noch, dass es eine Pracht ist. Vermutlich müssen wir den ganzen Sommer über Lammfleisch essen. Mittlerweile umfaßt unsere kleine Herde 29 Schafe. Davon 10 Heidschnucken-Mutterschafe, 10 Waldschafmuttern, Shaun – den Bock … und aktuell 8 quitschfidele Lämmer. Die ganze Rasselbande zieht demnächst in ein hübsches Areal mit viiiiiel Platz, kniffligen Hanglagen, Obstbäumen und Orchideen um – da gibt es landschaftspflegetechnisch einiges zu tun. Wir freuen uns schon auf den Sommer. Die Schafe und die Hunde brauchen sich jedenfalls in nächster Zeit über mangelnde Aufgaben nicht beklagen. Euch eine menschliche Zeit mit gesunden Rasenmähern. Die letzten Tage standen im Zeichen einer umfassenden Neugestaltung unseres Wohn- und Essareals Renovationsergebnis Jetzt warten wir voller Ungeduld auf die fehlenden Möbel (das mit dem Fernseher auf dem Subwoofer ist schließlich keine Dauerlösung). Nach der ganzen Renoviererei las ich in einem Musikmagazin einen Artikel über Musikstreaming. Eigentlich ist das nix wirklich Neues. Bei uns daheim dient der Heim-Mac z.B. zugleich auch als Streaming-Server und bedient ein Muvid IR815 mit Musikdaten. Das ist ganz praktisch, obwohl die Navigation durchs Musikarchiv nicht so komfortabel ist, wie sie sein sollte. Jedenfalls las ich in dem Artikel etwas, das hat mich schon ziemlich erschüttert. Die Testleute jenes Magazins hatten heraus gefunden, dass das LAN-Kabel zwischen Server und Streaming-Client einen Einfluß auf den Klang der Musik habe. So! So! Und das, obwohl nicht mal der 1. April ist. Was genau passiert denn beim Streaming? Eine Datei, bestehend letztlich aus digitalen Nullen und Einsen, wird vermittels eines Protokolls (in diesem Fall TCP/IP) und diverser technischer Magie, die niemand so richtig versteht, über ein Kabel geschickt. Am anderen Ende kommen quasi wieder Nullen und Einsen an. Die werden in einen Puffer “geladen” und wenn der voll ist, geht es los mit der Musikabspielerei (das ist natürlich grob vereinfacht, aber im Grunde ist es so). Es wird also kein analoges Signal übertragen, welches z.B. durch Rauschen oder so verändert würde. Es sind schlicht digitale Daten. Wenn es stimmen würde, dass das LAN-Kabel einen Einfluss auf den Sound einer Musikdatei hätte, dann wäre das genau so als würde man postulieren, dass jeweils verwendete USB-Kabel nehme beim Übertragen einer Bilddatei von einer Digitalkamera zum Rechner einen Einfluß auf die Bildqualität des Fotos. Das ist natürlich haarsträubender Blödsinn. Bei dem beschriebenen Phänomen handelt sich schlicht um einen psychoakustischen Effekt. Wobei diese Tatsache an sich schon spannend genug ist. Ich freue mich schon auf heute Abend. Mein Muvid IR815 wird nämlich per WLAN mit Daten versorgt. Das klingt schön luftig und nicht so gequetscht wie die armen Daten, die man durch ein Kabel gezwängt hat <ggg>. Vielleicht wollten die Leute bei dem Magazin ja auch nur einen gut getarnten Witz außer der Reihe machen. Euch eine menschliche, luftige Zeit.
Mit fiel kein schönerer Titel ein als dieses wunderbare Lied von Peter Gabriel … In your eyes love I get so lost, sometimes all my instincts, they return in your eyes love, I don’t like to see so much pain and all my instincts, they return in your eyes [Peter Gabriel] Euch eine menschliche Zeit. Es ist Freitag Abend in einem deutschen Baumarkt. Eigentlich ist es ein ganz normaler Tag, so wie Freitage eben sind. Doch heute sollte etwas anders sein als sonst. Heute sollte der kommen, der die Frage nach dem Warum? stellt. Mit dem Ansinnen, eine Gasflasche zu tauschen, betritt ein Mann mittleren Alters den Baumarkt. Er geht zielstrebig zur Information gleich neben der Kasse, stellt die leere Gasflasche dort ab und bittet um den Tauschbeleg. Die hinter der Theke verschanzte Informantin druckt ein magisches Formular aus und legt es unserem Protagonisten – nachdem sie selbst es sorgfältig unterzeichnet hat – zur Unterschrift vor. Mit großer Ehrfurcht unterzeichnet der gasbedürftige Mann den magischen Beleg, woraufhin die Informantin ihm das Dokument in die Hand gibt. Der Mann findet das Gasflaschenlager, entnimmt ohne weitere Passkontrollen und Nacktscans eine volle Flasche und begibt sich zur Kasse. Die Kasse befindet sich ca. 2m Luftlinie von der Information entfernt, dort steht immer noch die Informantin, wacht darüber, wer den Baumarkt betritt und stellt gelegentlich weitere magische Dokumente aus, über deren Inhalt man gar nichts wissen will. An der Kasse sitzt eine Dame, die wie die Informantin die Uniform des Baumarkts trägt. Sie hat eins dieser Durchschnittsgesichter, die man gleich wieder vergessen hat. Offenbar handelt es sich um einen niederen Dienstgrad. Sie nimmt das magische Formular und prüft es unter den wachsamen Blicken der 2m entfernt argwöhnisch herüberäugenden Informantin, die sich listig hinter ihrer Theke verschanzt hat. Nachdem die Kassiererin den gasbedürftigen Mann eingehend betrachtet hat legt sie ihm erneut das bereits von ihm und der Informantin unterzeichnete magische Dokument vor und verlangt eine weitere Unterschrift. Sie selbst unterzeichnet es nicht. Vermutlich darf sie aufgrund ihres niedrigen Dienstgrades keine Unterschriften im Namen der Informantin leisten. Nun passiert es: Der Mann fragt “Warum?” . Erstaunen, gepaart mit Unglauben und großer Angst ist auf dem Gesicht der Kassierin zu sehen. Hilfesuchend schaut sie zu der Informantin, die selbst vor Schreck erstarrt ist. Verdattert stammelt sie ein leises “Ich weiß es nicht, ich bin doch nur die Kassiererin”. Der Mann fragt sie, welcher Irre sich das mit der Unterschreiberei und dem magischen Gasflaschentauschdokument überlegt hat. Darauf weiß sie keine Antwort. Vielleicht weiß es die Informantin, von der manche sagen, sie habe IHN, den Erfinder des Gasflaschentauschdokuments schon einmal gesehen. Doch die ist plötzlich verschwunden. Grinsend verläßt der Mann den Baumarkt. Die Kassiererin betrachtet verwirrt das magische Dokument und der Schreck fährt ihr in die Glieder. Dort, wo die Unterschriften des Gasflaschentauschers sein sollten, sind nichts weiter als zwei flüchtig hingekritzelte Kreuze zu sehen. Euch eine menschliche Zeit. Wer gelegentliche Mikrofonaufnahmen an einem Rechner macht oder mit dem Gedanken spielt, einen Podcast zu produzieren, wird von den eingebauten Mikrofonen von Webcams, Headsets etc. doch arg enttäuscht sein. Zumal, wenn man schon einmal mit “richtigem” Equipment Ton aufgezeichnet hat und weiß, wie sowas klingen soll. Samson bietet für relativ wenig Geld (ca. 50,- EUR) ein sehr anständiges Mikrofon für den USB-Port an, das Go Mic. Ich bin echt begeistert von dem kleinen Teil. Es ist stylish, klein, eigent sich sowohl für den Desktop- als auch für den Mobileinsatz und produziert einen sehr guten Klang. Hier ein kleines Sprachbeispiel aus Frank Goosens Buch “Radio Heimat – Geschichten von zuhause” (mit lustiger französischer Musik im Hintergrund): Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein. Euch eine menschliche Zeit. Gestern abend war ich mit der besten Tochter von allen bei einem wunderbaren Vortrag von Peter Gebhard. Er hat über eine 18-monatige Reportagereise auf der Panamericana [Bild: wikipedia.de] von Alaska bis Feurland berichtet. Analoge, in klassischer Überblendtechnik präsentierte Bilder, spannende Geschichten, schräge Figuren - all dies in hoher fotografischer und journalistischer Qualität. Peter Gebhard fotografierte dieses Projekt mit dem Leica M – System, ich fand seine Reportagefotos und die Portraits umwerfend. Was mal wieder beweist, dass es nicht viel Technik und das hippeste Objektiv braucht, sondern dass man mit 3 Festbrennweiten im Grunde seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Wenn man so gut ist wie ein Peter Gebhard! Chapeau vor einem großartigen Fotografen und Weltenbummler. Mittlerweile fotografiert auch Peter Gebhard digital (immer noch mit einer Leica M) und ich freue mich schon auf die “digitale Show” über Island in 3 Wochen. Ich habe Fernweh! Euch eine menschliche Zeit. |
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